
Sieger trinken Champagner, der nächste Weltmeister vielleicht aber Kindersekt. 425 Tage nachdem er in einem VW Golf 8 seine Führerscheinprüfung überstanden hatte, wurde Kimi Antonelli WM-Führender. Ein Toto-Zwölfer für die Formel 1.
Spielberg als Prüfstein für Kimi Antonelli
Um die Welt zu erobern, muss man in der Steiermark bestehen. Rindt, Schwarzenegger, Brandauer, Mateschitz, Muster, Jelinek – sie alle haben hier ihre ersten Markierungen zum Ruhm gesetzt. Bei rauem Klima.
Ein Junge mit schwarzem Wuschelkopf kam an einem Montag im April 2024 von Bologna über Tarvis und Scheifling ins rund 500 Kilometer entfernte Spielberg. Kimi Antonelli durfte nicht selbst fahren, da er noch keinen Führerschein hatte.
Und er wollte auch nicht selbst fahren, da er noch lernen musste – für seinen ersten Test. Nicht in Mathe oder Religion, sondern – in einem Formel-1-Rennwagen.
Er war siebzehn Jahre jung und kehrte an die Strecke in der Steiermark zurück, auf der er nur 949 Tage davor sein erstes Autorennen bestritten hatte, in der Formel 4.
Heftiger Schneefall setzte ein, seine so heiß ersehnte Erstbefahrung mit eben jenem Formel-1-Mercedes, Baujahr 2021, mit dem der siebenfache Weltmeister Lewis Hamilton eine denkwürdige Saison bestritten hatte, geriet in Gefahr. Man musste um einen Tag verschieben. Der Test war geheim. Nur wenige sahen das historische Frühlingserwachen eines jungen Mannes in einem ungewöhnlichen Ambiente. Die Bäume oben in Schönberg waren weiß, Reste des Schnees reichten bis runter zum Friedhof, der parallel zur langen Geraden ruht.
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