Brüder im Geiste und sonst eh auch: Wenn zwei Schrauberfreunde fühlen, dass im jeweiligen Leben ein braunes 1972/73er Coupé mit Klappscheinwerfern fehlt, das schon als Neuwagen ziemlich rar war, dann finden Lotus Elan Sprint und Imperial LeBaron Coupé in die gemeinsam gemietete Scheune. Ein paar Unterschiede zwischen den Autos gibt’s aber doch.
Lotus Elan Sprint und Imperial LeBaron: Zwei rare Coupés der frühen 70er mit überraschenden Gemeinsamkeiten
Man könnte jetzt natürlich was von einer Geschichte der Gegensätze formulieren, aber vermutlich erkennt man die eh ganz gut. Es ist vielmehr eine Geschichte der Gemeinsamkeiten, sonst führen Lotus Elan Sprint und Imperial LeBaron Coupé hier nicht gemeinsam so fotogen durchs Heft: Zwei Coupés, für die man schon Anfang der 70er-Jahre einen ordentlichen Hang zum Individualismus pflegen musste, die beide den Klappscheinwerfern huldigen, beide den gleichen Farbton tragen und für die man damals schon ein gut gepolstertes Geldbörsel brauchte: Imperial war die Nobelmarke des Chrysler-Konzerns, der LeBaron war der nobelste Imperial, und die Coupés waren deutlich rarer als die Limousinen. Der Lotus Elan wurde als Sprint noch einmal schärfer, man kann auch sagen: Lotus-Eigner und -Chefkonstrukteur Colin Chapman hatte seinen Wahnsinn hier noch einmal ein Stückerl weiter von der Leine gelassen. So gönnte er dem 1962 präsentierten Elan 1971 einen würdigen Auf- und gleichzeitig auch Abtritt, denn 1973 war dessen finales Jahr. Der Imperial LeBaron der fünften Generation dankte im gleichen Jahr ab, rechtzeitig vor der Benzinkrise, aber wir greifen vor. In einer Scheune, bemessen für landwirtschaftliches Gerät, verschränken sich die beiden Autos zu einer idealen Wohngemeinschaft, zwischen gerechtem und brüderlichem Aufteilen besteht ja ein ordentlicher Unterschied, wie multiple Elternschaft lehrt.
Hier geschah die brüderliche Aufteilung der Scheunenfläche allerdings in gerechtem Einverständnis.
Roland Scharf und Michael Schödl schrauben in Velm bei Himberg bei Wien, in Wien drin ist dafür ja so wenig Platz, auch Mödling und Vorderbrühl haben viel zu wenige Scheunen zu vermieten.
Dass beide während der letzten Jahre mit erfreulich ähnlichen, aber doch verschiedenen Coupés in Velm einparken würden, hat sich dann einfach so ergeben. Wobei einfach nicht so einfach ist, denn gesucht haben beide. Bei Roland Scharf kam diese Suche etwas unerwartet, für seinen Freundeskreis, vielleicht auch für ihn selbst.
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