Aber am Montag ist wieder Schule: Der Tag des Herrn hingegen will zelebriert sein mit Hetzigem zu fünft, mit dem Auskosten des Torque Vectoring, und auch im Stillstand ist Alpines erster Fünfsitzer eine erfreuliche Erscheinung.
Überblick
Design und Fastback-Konzept: Alpine A390 als sportliche Alternative zum SUV
Natürlich purzeln da die Subjektive, dass den ewigen Fans schwindlig wird: erster Fünfsitzer der Marke, erstes Fastback, erster eigenständiger Elektriker, aber jetzt bloß nicht der Vorstellung verfallen, die Alpine A390 wäre ein SUV. Beim reinen Höhenvergleich könnte man sich wohl dazu hinreißen lassen, aber bevor der Maßstab gewinnt, wollen wir Augen und Emotionen losschicken. Sie kommen mit der wärmenden Erkenntnis zurück, dass die A390 selbst für ein SUV-Coupé zu gestreckt ist, zu muskulös, auch zu elegant. Bei Alpine sprechen sie von einem Sport-Fastback, wir wollen das einfach so stehenlassen. Erstaunlich ist allemal, wie friktionsfrei sich die Alpine-Designlinie der A110 (egal, auf welche Generation wir da fokussieren) zur Familienpackung vergrößern ließ, da spielt das markentypische Blau der Karosserie natürlich auch mit. Die Lichtsignatur ist ziemlich markant im Rückspiegel, der Spoiler oben auf der Motorhaube ist eine noch junge Idee – das Gegenteil der früheren Lufthutze, gewissermaßen, aber ebenso sportlich im Auftritt. Der hintere Spoiler ist hingegen klassisch geschnitten, man meint über den Rücklichtern noch einen zweite Spoilerkante zu entdecken, auf jeden Fall aber den Hüftschwung über den Hinterrädern. Über den vorderen auch, also nur Schwung ohne Hüft. Selten passte eine Haifischflossen-Dachantenne so gut ins Gesamtbild. Dass eine Alpine auch elektrisch sein kann, hat die A290 als zugespitzter Renault 5 schon ausverhandelt. Wir wollen der Fans der 2017 präsentierten A110 dennoch an dieser Stelle gedenken, denn jenes Modell, das die Marke wiederbelebt hat und noch einen Benziner tragen durfte, jenes Modell wird in ein paar Monaten Geschichte sein, immerhin eine der guten Erinnerungen.
Antrieb und Leistungsdaten: 400 PS mit Torque Vectoring
Am Datenblatt aber wird die A390 ziemlich weit vorne liegen, schon als GT (ab März zu haben) erst recht als GTS (gegen Jahresmitte). Somit war bei der Präsentation die A390 GT alleine, in ihrem Umfeld ist sie es auch: Allradantrieb mit einem Motor vorne und zwei hinten (je 133 PS; 239 Nm vorne, je 211 hinten), macht 400 PS und 661 Nm, die man beim Fahren genauso spürt wie auch die 2,1 Tonnen Leergewicht, aber egal: 4,8 Sekunden von null auf 100 und 200 km/h Höchstgeschwindigkeit zeugen davon, dass die Begrenzer ein weites Herz haben. Neu ist das Torque Vectoring an der Hinterachse: Jeder Motor wird separat geregelt, selten ließ sich die Antriebskraft so zielgerichtet im Sinn der Fahrdynamik verteilen. Im Normalfall übernehmen die Hinterräder 70 Prozent des Vortriebs, die hecklastige Auslegung betont also das Sportliche, die recht direkte Lenkung auch. Die Fahrmodi sind am Lenkrad wählbar, die Dämpfer lassen sich nicht justieren. Die Abstimmung wäre auch so für alle Lebenslagen perfekt, sagt Alpine, aber noch perfekter wäre natürlich noch perfekter. Auch am Mitteldisplay darf allerlei Sportliches aufgerufen werden (Fliehkraftsensor oder Soundprogramme, beispielsweise), Aufzeichnung der fahrdynamischen Heldentaten inklusive, man wird davon in den Sozialen Medien was gepostet kriegen. Im Track-Fahrmodus wird der Drift erst abgefangen, wenn das Heck schon ordentlich zum Straßenrand hängt – verspricht zumindest die Grafik am Display, zum Ausprobieren empfiehlt sich tatsächlich die Rennstrecke. Bei einer Gewichtsverteilung von 49 zu 51 Prozent bleibt das Heck auch ungeregelt gut in der Spur.
Alltagstauglichkeit und Reichweite: Luxus trifft auf Elektromobilität
Im Alltag empfiehlt sich die Strecke von A nach B, da spielt sich die luxuriöse Schlagseite der A390 in den Vordergrund, das Sportliche fährt als Möglichkeit mit. Sitz- und Federungskomfort sind bei aller Präzision fühlbar, die Materialkomposition betont das Wohnliche, die Sportsitze sind mit Nappaleder und Alcantara bezogen. Im Alltag darf auch nach der Reichweite gefragt werden. Die Lithium-Ionen-Batterie speichert 89 kWh, laut WLTP gehen sich 503 bis 557 km (21/20-Zoll-Räder) aus. Unser Konsum pendelte sich bei 21,6 kWh/100 km ein, mehr als 400 km sollten möglich sein.
GTS-Topversion: 470 PS für maximale Performance
Die Topversion kommt, wie erwähnt, nach. Als GTS verteilt die Alpine A390 insgesamt 470 PS und 824 Nm auf alle vier Räder, die Sabelt-Sportsitze mit zweifärbigem Nappaleder sind dann serienmäßig dabei. Sie massieren auch, und sie sind beheizbar, falls das Fahren zu wenig erhitzt, wir sagen nur: 3,9 Sekunden auf hundert. Lediglich das Schneeflocken-Design der Alufelgen klingt etwas zu fluffig, man wird damit zurechtkommen.
Überblick
Was wir mögen
Dass es Alpine wieder gibt, gleich mit mehreren Modellen. Und das Torque Vectoring natürlich.
Was uns fehlt
Mehr Wumms. Also nicht wirklich, sondern nur wegen des Namens. Wird die A390 GTS aber liefern.
Was uns überrascht
Wie friktionsfrei sich die Alpine-Linien ins Fünftürige und Elektrische übertragen lassen.
Die Konkurrenz
Mit etwas Unschärfe: Ford Mustang, Cupra Tavascan, Tesla Model Y, Škoda Enyaq Coupé.
Technische Daten
Antrieb | 3 Synchronmotoren, Allradantrieb. |
|---|---|
A390 GT | GT ab € ca. 70.000,–. 295 kW (400 PS), 661 Nm, 0–100 km/h in 4,8 sec, Spitze 200 km/h, Normverbrauch 18,7–20,4 kWh/100 km, RW 503–557 km, CO2 0 g/km. |
A390 GTS | ab Mitte 2026. 345 kW (470 PS), 824 Nm, 0–100 km/h in 4,8 sec, Spitze 220 km/h. |
Batterie/Laden | Kapazität 89 kWh, Ladeleistung 150/190 kW (GT/GTS). |
Dimensionen | L/B/H 4615/1885/ 1532 mm, Radstand 2708 mm, Kofferraum 532–1643 l. |
Gewicht | ab 2121 kg, Anhängelast 750/1350 kg. |
Ausstattung | Ausstattung Wärmepumpe, Sportsitze (Alcantara/Leder) beheiz- und el. verstellbar, Alufelgen 20", V2L- Ladung, Google-Dienste etc. |
Diese Neuvorstellung ist in autorevue 1/2 2026 erschienen.

