Stellantis Austria – Automobiler Wachstumstreiber trotzt europäischen Herausforderungen

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Der Österreich-Ableger des sechstgrößten Autokonzerns der Welt zieht eine positive Bilanz für 2025 und schaut selbstbewusst in die Zukunft. Das meistverkaufte Stellantis-Modell des Vorjahres wissen wir jetzt auch: Opel Corsa (Bild).

Überblick

Stellantis Austria

• Europäische Stärke statt globale Abhängigkeit: Stellantis setzt auf „Made in Europe" als strategischen Wettbewerbsvorteil und kombiniert regionale Produktion mit Kooperationen wie der größten CO₂-neutralen Batteriefabrik Europas in Spanien (4,1 Milliarden Euro Investition).
• Marktführerschaft durch Technologievielfalt: Mit 55 Elektromodellen bietet Stellantis Austria das breiteste Angebot am Markt – von Mikromobilität ab 8.000 Euro bis zu 750 Kilometer Reichweite – und wuchs 2025 um 120 Prozent im Elektrosegment.
• Rekordwachstum trotz Krise: Mehr als 49.000 Kaufverträge, Marktanteil von 12,3 Prozent und Marktführerschaft bei Nutzfahrzeugen machen Stellantis Austria zum automobilen Wachstumstreiber in einem strukturell geschwächten europäischen Markt.

Die Automobilbranche befindet sich im Umbruch. Während der europäische Neuwagenmarkt seit 2019 strukturell eingebrochen ist und statt der üblichen 18 Millionen jährlich nur noch zwischen 12,9 und 15,1 Millionen Fahrzeuge verkauft werden, positioniert sich Stellantis Austria als klarer Wachstumstreiber am österreichischen Markt. Bei einer Pressekonferenz in der Italienischen Botschaft in Wien legte Managing Director Markus Wildeis die Herausforderungen und Lösungsansätze dar, mit denen sich die Branche konfrontiert sieht. Der Markt kämpft mit multiplen Belastungen: anhaltende Wirtschaftsflaute, Verunsicherung bei der Transformation zur Elektromobilität, steigende Energiekosten, Fachkräftemangel und zunehmender Wettbewerbsdruck durch chinesische Hersteller, die ihren Marktanteil bereits auf über fünf Prozent ausgebaut haben. Gleichzeitig führt die technologische Mehrgleisigkeit – von Verbrennern über Hybrid bis zu vollelektrischen Antrieben – zu massiven Komplexitäten in Produktion und Logistik. „Um Investitionen und Markterholung zu ermöglichen, braucht es stabile, verlässliche Rahmenbedingungen und eine enge Zusammenarbeit von Industrie, Handel und Politik", betont Wildeis.

Europa ist kein einheitlicher Markt, wenn es um Elektromobilität geht. Während Nordeuropa mit über 70 Prozent BEV-Anteil Vorreiter ist, liegt Westeuropa bei etwa 20 Prozent, Süd- und Osteuropa hingegen unter 10 Prozent. Diese Unterschiede resultieren aus drei verschiedenen regulatorischen Systemen – EU, Vereinigtes Königreich und Schweiz – sowie unterschiedlichen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und Infrastrukturentwicklungen. Wildeis kritisiert die geplanten EU-CO2-Regelungen als zu kurz greifend: „Die geplanten Änderungen bieten keine ausreichende Lösung für den Zeitraum von 2025 bis 2030 und sind in ihrer aktuellen Form eine große Gefahr für die europäische Industrie." Besonders im Bereich der leichten Nutzfahrzeuge fehle eine marktkonforme Regelung. Das Durchschnittsalter des europäischen Fahrzeugparks ist auf fast 13 Jahre angewachsen – ein ökologisches wie wirtschaftliches Problem. Rund 14 Millionen Arbeitsplätze entlang der automobilen Wertschöpfungskette stehen unter Druck. „Europa braucht mehr Flexibilität, realistische Übergangsmodelle und marktorientierte Lösungen", fordert der Stellantis-Manager.

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Markus Wildeis, seit 2023 Managing Director von Stellantis in Österreich.

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„Made in Europe" wird zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil. In Zeiten globaler Unsicherheit und geopolitischer Risiken setzt Stellantis bewusst auf regionale Produktion nach dem Prinzip „from the region, for the region". Die europäische Automobilindustrie sichert 13,8 Millionen Arbeitsplätze, davon etwa 370.000 in Österreich. Europäische Produktion steht für hohe Qualitäts-, Umwelt- und Sozialstandards, kurze Lieferwege und eine deutlich bessere CO₂-Bilanz durch den Einsatz erneuerbarer Energien. Parallel verfolgt Stellantis eine Strategie der Kooperation statt Konfrontation: Mit dem chinesischen Batterieproduzenten CATL entsteht in Saragossa die größte CO₂-neutrale Batteriefabrik Europas – eine Investition von 4,1 Milliarden Euro mit über 4.000 Arbeitsplätzen und Kapazitäten für bis zu eine Million Fahrzeuge pro Jahr. Im Joint Venture mit Leapmotor, bei dem Stellantis 51 Prozent hält, wird bezahlbare Elektromobilität außerhalb Chinas organisiert. „Hightech, Qualität und Innovationskraft sind in Österreich und Europa zuhause", betont Wildeis. Die Multi-Energy-Plattformstrategie ermöglicht maximale Flexibilität: Auf derselben Architektur lassen sich verschiedene Antriebe realisieren – vom Verbrenner bis zum vollelektrischen Antrieb – ohne Kompromisse bei Design oder Komfort.

Stellantis Austria verzeichnet Rekordergebnisse und setzt den Takt am Markt. Mit mehr als 49.000 Kaufverträgen im Jahr 2025, davon 41.503 für Neuwagen, verdoppelte das Unternehmen sein Volumen gegenüber 2022. Der Marktanteil stieg auf 12,3 Prozent (inklusive Leapmotor), womit Stellantis klare Nummer zwei in Österreich ist. Die PKW-Verkäufe wuchsen um beeindruckende 32,5 Prozent auf 30.538 Einheiten, bei leichten Nutzfahrzeugen erreichte man die Marktführerschaft. Besonders dynamisch entwickelte sich das Elektrosegment: Bei PKW legte Stellantis um 90 Prozent zu, mit Leapmotor sogar um 120 Prozent – deutlich schneller als der Gesamtmarkt. Mit 55 Elektromodellen – 40 PKW, 12 Nutzfahrzeuge und 3 Leichtfahrzeuge – bietet Stellantis das breiteste Angebot am Markt, von Mikromobilität ab 8.000 Euro über vollelektrische PKW unter 20.000 Euro bis zu Reichweiten von 750 Kilometern in der 50.000-Euro-Klasse. „Für die Akzeptanz der Elektromobilität sind Preis, Leistbarkeit und Reichweite entscheidend. Genau hier setzen wir Maßstäbe", erklärt Wildeis. 21 neue Modelle kommen 2026 auf den Markt, getragen von neun ikonischen Automobilmarken: Abarth, Alfa Romeo, Citroën, DS Automobiles, FIAT, Jeep, Opel, Peugeot sowie der Elektromarke Leapmotor.

Die Erfolgsstrategie für 2026 basiert auf sechs zentralen Säulen. Eine Service-Offensive soll die Kundenzufriedenheit deutlich steigern, eingeleitet bei der ersten Stellantis Service Convention mit über 450 Servicepartnern. Die Multi-Energy-Strategie bietet maximale Wahlfreiheit über alle Antriebsarten, während „Made in Europe" als zentraler Wert kommuniziert wird. Moderne Verkaufstools unterstützen die Handelspartner, ausreichende Fahrzeugverfügbarkeit ermöglicht kurzfristige Kundenbetreuung, und besonderer Fokus liegt auf Kundenloyalität – immerhin sind rund eine Million Stellantis-Fahrzeuge in Österreich unterwegs. Für 2026 prognostiziert das Unternehmen einen österreichischen Markt von 290.000 bis 305.000 PKW sowie 40.000 bis 45.000 leichten Nutzfahrzeugen. „Wir erwarten, dass der Markt sich weiter erholen wird, langsam aber stetig. Die Zuwächse werden von Privatkunden kommen", analysiert Wildeis. Mit strategischer und operativer Exzellenz, motivierten Mitarbeitern, engagierten Händlerpartnern und einem breiten Produktportfolio sieht sich Stellantis Austria hervorragend aufgestellt: „The Race 2026 is on – auf ein starkes Jahr 2025 soll ein noch besseres folgen."

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