Ferrari Luce: Das Elektrozeitalter in ersten Details

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Ferrari läutet mit dem Luce jene neue Ära ein, auf die wir alle mehr nur so naja gewartet haben: Der erste vollelektrische Sportwagen der Maranellonen trägt einen Namen, der Programm sein möchte – Licht. Gemeinsam mit dem Designkollektiv LoveFrom von Sir Jony Ive präsentierte Ferrari in San Francisco das Interieur und die Bedienphilosophie.

Überblick

Ferrari Luce

• Neuer Name, neue Strategie: Ferrari nennt seinen ersten vollelektrischen Serienportwagen „Luce“ (Licht) und signalisiert damit eine neue Namensstrategie für die Erweiterung der Modellpalette. Das Fahrzeug soll Ferraris Rennsport-DNA mit zeitgemäßen Lebensstilen verbinden.
• Physische Bedienung als Gegenmodell: Gegen den Branchentrend setzt Ferrari auf mechanische Bedienelemente statt auf große Touchscreens. Das Interface kombiniert präzisionsgefertigte Tasten und Schalter mit innovativen OLED-Displays und einer automobilen Weltpremiere: einem Schlüssel mit E-Ink-Display.
• Materialität mit Anspruch: 100 Prozent recyceltes Aluminium und präzisionsgefrästes Corning® Gorilla® Glass sind die bestimmenden Werkstoffe. Hochentwickelte CNC- und Eloxalverfahren sollen Langlebigkeit und ästhetische Qualität auf dem Niveau feinster Uhrmacherkunst gewährleisten.

Ein Name als Designprogramm: Die Philosophie hinter dem Ferrari Luce

Am 9. Februar 2026 gab Ferrari in San Francisco bekannt, wie der erste vollelektrische Serien-Sportwagen der Marke heißen wird: Luce – Italienisch für Licht. Der Name ist dabei keine beliebige Wahl. Ferrari kommuniziert damit eine klare Haltung: Elektrifizierung wird nicht als Selbstzweck verstanden, sondern als Mittel für ein Fahrerlebnis, das den Anspruch der Marke fortsetzen soll. Luce steht für Klarheit, für Transparenz in der Gestaltung und für eine stille Energie, die in jedem Detail spürbar sein soll. Mit diesem Fahrzeug öffnet Ferrari nach eigener Aussage ein neues Kapitel – und benennt es mit einem einzigen, präzisen Wort.

An der Seite Ferraris steht dabei LoveFrom, das Kreativkollektiv von Sir Jony Ive und Marc Newson, das bereits seit fünf Jahren an sämtlichen Aspekten des Luce mitarbeitet. Die Wahl des Ortes für die Präsentation – San Francisco, globales Zentrum für Technologiedesign und User Experience – ist programmatisch: Ferrari bekennt sich damit zur Weltspitze des Interface-Designs als Referenzrahmen. In der Entwicklungsphase arbeitete LoveFrom eng mit dem Ferrari Styling Centre unter der Leitung von Flavio Manzoni zusammen, um sicherzustellen, dass die Designsprache mit Ferraris funktionalen und homologationstechnischen Anforderungen für ein Serien-Straßensportfahrzeug vereinbar ist.

Haptik statt Touchscreen: Das Interieur- und Interface-Konzept des Ferrari Luce

Das Innenraumkonzept des Luce setzt dort an, wo viele Elektrofahrzeuge aus Sicht klassischer Fahrermarken Kompromisse eingehen: beim Bedürfnis nach physischer Kontrolle. Entgegen der verbreiteten Konvention großer Touchscreens priorisiert Ferrari mechanische Bedienelemente – präzisionsgefertigte Tasten, Drehregler, Kippschalter und Schalter, kombiniert mit multifunktionalen digitalen Displays. Der Innenraum ist als ein einziges, klar gegliedertes Volumen konzipiert. Hardware und Software wurden parallel entwickelt, damit die physische Architektur und das Verhalten der Benutzeroberfläche harmonisch aufeinander abgestimmt sind. Das Lenkrad mit seiner vereinfachten Drei-Speichen-Form interpretiert das ikonische Nardi-Lenkrad der 1950er- und 1960er-Jahre neu: gefertigt aus 100 Prozent recyceltem Aluminium, aus 19 CNC-gefrästen Einzelteilen – und 400 Gramm leichter als ein Standard-Ferrari-Lenkrad.

Der Schlüssel zum Luce ist ein haptisches Objekt aus Corning® Gorilla® Glass mit einem speziell entwickelten E-Ink-Display – eine automobile Weltpremiere. Beim Einsetzen in die Dockingstation auf der Mittelkonsole startet eine choreografierte Startsequenz: Die Farbe des Schlüssels wechselt von Gelb zu Schwarz, Bedienfeld und Instrumententräger leuchten auf. Das am Lenksäulenmodul montierte Instrumentendisplay besteht aus zwei überlappenden OLED-Panels und stellt eine Premiere für ein Ferrari-Serienmodell dar. In das zentrale Display integriert ist der sogenannte Multigraph: ein Präzisionsinstrument mit drei unabhängigen Motoren und eloxierten Aluminiumzeigern, das vier Modi bietet – Uhr, Chronograph, Kompass und Launch Control.

Aluminium, Glas und Präzision: Die Materialwelt des Ferrari Luce

Die Materialauswahl für den Luce folgt einem übergeordneten Prinzip: Langlebigkeit und Integrität. Ferrari und LoveFrom entschieden sich für eine zu 100 Prozent recycelte Aluminiumlegierung, die speziell für dieses Fahrzeug entwickelt wurde. Die Bauteile werden aus massiven Blöcken mittels 3- oder 5-Achs-CNC-Technologie gefräst und anschließend einem modernen Eloxalverfahren unterzogen. Dieses Verfahren erzeugt eine ultradünne, hexagonale Zell-Mikrostruktur auf der Oberfläche, die für außergewöhnliche Härte, Widerstandsfähigkeit und eine Farbe sorgt, die über lange Zeit ihre Brillanz behält. Das eingesetzte Glas – Corning® Gorilla® Glass – ist präzisionsgefräst und wird am Bedienfeld, am Instrumententräger, auf der Mittelkonsole und für den Schalthebel verwendet.

Der Schalthebel etwa wird mit Laserverfahren hergestellt, die winzige Öffnungen mit einer Breite von weniger als einem halben menschlichen Haar in das Glas einbringen – um Grafiktinte mit perfekter Gleichmäßigkeit einzufügen. Hochentwickelte Fertigungstechnologien sollen dabei sicherstellen, dass jedes Material in seiner edelsten Form zur Geltung kommt. Das Ergebnis, so Ferrari, sei ein moderner und zugleich zeitloser Charakter mit Materialien, die nicht nur luxuriös, sondern authentisch sind. Die dritte und letzte Phase des Luce-Launches – die Enthüllung des Exterieurs – ist für Mai 2026 in Italien geplant. Wir werden berichten.

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