EU-Neuwagenmarkt im Dezember: Wachstum um 6 Prozent

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Die aktuelle EY Automotive Analyse ist da: Starker Dezember 2025 auf dem EU-Neuwagenmarkt – 2026 wird jeder fünfte Neuwagen ein Elektroauto sein.

Überblick

EU-Neuwagenmarkt im Dezember

• Der EU-Neuwagenmarkt wuchs 2025 um 1,8 Prozent auf 10,8 Millionen Fahrzeuge, liegt aber 17 Prozent unter dem Vorkrisenniveau von 2019 mit weiterhin schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.
• E-Autos legten 2025 um 30 Prozent zu (Marktanteil 17,4 Prozent), doch die Marktdurchdringung erfolgt deutlich langsamer als prognostiziert – trotz massiver staatlicher Förderung.
• Während Norwegen einen E-Auto-Marktanteil von 98 Prozent erreicht, liegen osteuropäische Länder teilweise unter sechs Prozent, wobei deutsche Hersteller ihre Marktposition auf 39,9 Prozent ausbauten.

Neuwagenmarkt erholt sich langsam vom Krisenniveau

Der europäische Automobilmarkt zeigt sich im Jahr 2025 auf Erholungskurs, doch von den schönen Zeiten vor der Krise ist die Branche noch weit entfernt. Mit 10,8 Millionen neu zugelassenen Fahrzeugen verzeichnete die EU einen Anstieg von 1,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dennoch klafft eine erhebliche Lücke zum Vorkrisenniveau: Im Jahr 2019 wurden noch 13 Millionen Neuwagen verkauft – das entspricht einem Minus von 17 Prozent oder 2,2 Millionen Fahrzeugen. Auch Österreich folgt diesem Trend mit einem Plus von 12,3 Prozent im Gesamtjahr, bleibt aber ebenfalls deutlich hinter den Zahlen von 2019 zurück. Axel Preiss, Leiter Industrials bei EY Österreich, dämpft die Erwartungen für 2026: „Die Rahmenbedingungen bleiben schwierig. Sowohl private Käufer als auch Unternehmen agieren weiterhin äußerst zurückhaltend." Hohe Neuwagenpreise, wirtschaftliche Unsicherheit und regulatorische Anforderungen wirken als Kaufbremse.

Deutsche Hersteller gewinnen Marktanteile trotz Absatzrückgang

Bei den Marktanteilen haben sich die Kräfteverhältnisse in Europa spürbar verschoben. Deutsche Automobilkonzerne konnten ihre Position deutlich ausbauen und erhöhten ihren Anteil von 37,1 Prozent (2019) auf 39,9 Prozent (2025). Dies gelang, obwohl auch sie einen Absatzrückgang von zehn Prozent hinnehmen mussten – allerdings schrumpfte der Gesamtmarkt mit 17 Prozent noch stärker. Zu den Verlierern zählen insbesondere Stellantis und Ford, die seit 2019 deutliche Einbußen verzeichneten. Besonders dramatisch entwickelte sich die Situation für Tesla: Der Marktanteil des amerikanischen E-Auto-Pioniers schmolz von 2,6 Prozent (2023) über 2,3 Prozent (2024) auf nur noch 1,4 Prozent im Jahr 2025. Diese Verschiebungen zeigen, wie dynamisch und umkämpft der europäische Automobilmarkt derzeit ist.

Elektromobilität wächst, aber langsamer als erwartet

Elektroautos erlebten 2025 ein Comeback nach dem schwachen Vorjahr. EU-weit stiegen die E-Auto-Neuzulassungen um 30 Prozent, der Marktanteil kletterte von 13,6 auf 17,4 Prozent. Besonders stark war das Wachstum im Dezember mit einem Plus von 51 Prozent und einem Marktanteil von 22,6 Prozent. In Österreich legten E-Autos im Gesamtjahr sogar um 36 Prozent zu. Doch die Euphorie muss relativiert werden: Betrachtet man den Zwei-Jahres-Zeitraum 2023 bis 2025, ergibt sich nur eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von elf Prozent. „Die Marktdurchdringung von E-Autos steigt deutlich langsamer als noch vor wenigen Jahren erwartet", erklärt Preiss. Dies geschieht trotz zahlreicher neuer Modelle und umfangreicher staatlicher Förderung durch Kaufprämien und Steuervorteile. Die neue deutsche Elektroprämie von bis zu 6.000 Euro dürfte vor allem ausländischen Anbietern zugutekommen, die im Kleinwagensegment stärker vertreten sind als deutsche Hersteller.

Regionale Unterschiede bei Elektroauto-Akzeptanz bleiben enorm

Die Akzeptanz von Elektrofahrzeugen variiert in Europa erheblich. Während Nordeuropa und die Benelux-Länder als Vorreiter glänzen, fristen E-Autos in acht EU-Ländern mit einem Marktanteil unter zehn Prozent noch ein Nischendasein. Besonders zurückhaltend zeigen sich die ost- und südosteuropäischen Märkte: Kroatien erreichte im Dezember nur 4,7 Prozent, Tschechien und Bulgarien jeweils 5,6 Prozent. Allerdings zeigt die Dynamik nach oben: In dieser Region stiegen die E-Auto-Neuzulassungen im Dezember um beeindruckende 137 Prozent. Die skandinavischen Länder führen die Rangliste mit großem Abstand an: Norwegen erreichte im Dezember einen Elektro-Marktanteil von 98 Prozent, gefolgt von Dänemark mit 81 Prozent, den Niederlanden mit 64 Prozent und Irland mit 62 Prozent. Für 2026 prognostiziert Preiss EU-weit erstmals über zwei Millionen verkaufte Elektrofahrzeuge und einen Marktanteil von über 20 Prozent – doch vier von fünf Käufern entscheiden sich damit weiterhin für Verbrennungsmotoren.

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