Ein Bugatti von der Stange (mehr oder weniger) ist nichts, da haben Sie recht. Aber es gibt Abhilfe.
Überblick
Bugatti Programme Solitaire: Wenn Reichtum auf radikale Individualität trifft
Reich sein ist gar nicht so einfach, zelebriert man es angemessen. Ständig will jemand wissen, was man haben möchte, und wie man’s haben möchte. Man kann ja nicht in ein Mercedesgeschäft gehen und sagen: „Bitte den da, danke, auf Wiedersehen.“ Also ruft man bei Bugatti an und sagt, man hätte da eine Idee. Die haben dort so eine Abteilung namens „Programme Solitaire“, da kümmern sie sich um solche Ideen. Das Programm wurde vor einem Jahr ins Leben gerufen, pro Jahr werden zwei Bugattis hochgradig personalisiert, womit gemeint ist: geradezu neu gedacht und umgebaut. Bisher ist das, logisch, zweimal passiert.
Der erste Fall betraf den 62-jährigen Michel Perridon aus den Niederlanden, der mit seiner Trust International bis zum vorteilhaften Verkauf 2018 Unterhaltungselektronik unters Volk brachte und dabei zu einem gewissen Wohlstand gelangt ist. Also ist Perridon Bugatti-Sammler in einem Volumen, das ihn für Solitaire aktivlegitimierte. Er ließ sich auf Basis eines offenen Mistral den Brouillard entwerfen und bauen. Brouillard, Nebel, hieß Ettore Bugattis Lieblingspferd. Infolgedessen finden sich im ganzen Auto Pferdemotive, man glaubt, das gehört einer Zwölfjährigen. Aber man muss eben die Poesie dahinter sehen.
F.K.P. Hommage: Bugattis Tribut an Ferdinand Karl Piëch
Das tut auf jeden Fall Frank Heyl, Chefdesigner bei Bugatti, der natürlich auch das Programme Solitaire verantwortet. Und daher auch das zweite Opus der Abteilung, F.K.P. Hommage genannt. Das Kürzel steht für Ferdinand Karl Piëch, der den Veyron, die Grundlage der neuen Kreation, erst möglich machte. Heyl schwärmt von der technischen Hingewandtheit Piëchs, seiner visionären Kraft. Die sollen sich im Auto, das von einem noch unbekannten Herrn angeregt und ermöglicht, also bezahlt wurde, wiederfinden.
Wiederum ist natürlich der W16 an Bord, außerdem im Armaturenbrett eine Audemars Piguet Royal Oak Tourbillon. Die achteckige Uhr verfügt über einen genialen Selbstaufzugsmechanismus: eine Gondel, die sich mehrmals pro Stunde auf einer diagonalen Achse dreht, angetrieben vom Auto selbst, ganz ohne elektrische Verbindung. Vorgänger Brouillard dürfte übrigens um die 12 Millionen Euro gekostet haben.
Dieser Beitrag wurde in autorevue 3/2026 veröffentlich

