1886 fuhr nicht nur Benz, sondern noch ein anderer Deutscher: Gottlieb Daimler (1834–1900) hatte seinen Motor in eine vierrädrige Kutsche von Wilhelm Wimpff montiert, damit war das vierte Rad am Auto offiziell dran. Gedacht war die Reise quasi als Werbefahrt für Daimlers Motor, den kompakten und für damalige Verhältnisse schnell laufenden Standuhr-Motor, sozusagen ein Werbespot auf Rädern, der 1885 auch schon zweirädrig absolviert worden war. Daimlers Reitwagen darf damit als erstes Motorrad mit Benzinantrieb gelten.

Da viele Firmen Lizenznehmer des Daimlermotors waren, taucht sein Name heute in mehr Firmenbezeichnungen auf, als die klare Übersicht verträgt. Die Einführung des Markennamens Mercedes sollte jedenfalls dazu dienen, Protuberanzen zu vermeiden, was auch gelang.
Daimler montierte sein Aggregat 1886 übrigens auch in ein Boot und zwei Jahre später in ein Luftschiff, das man sich als eine Art Gitterbett am Bauch eines Ballons vorstellen darf. Damit war auch die Erfindung des Luftschiffes abgehakt.
