
Ja, es gibt Zeitungen, und zwar viele: Blüten wie Die Bombe oder die Innsbrucker Nachrichten sind zwar heute ausgestorben, weshalb man eher nicht mehr den Getränke-Tarif der Südtiroler Weinstube per ganzseitiger Ausbreitung studieren darf. 1886 erfährt man aber auch per Inserat, dass Bücher über die Behandlung männlicher Impotenz durchaus von mehreren Autoren zu haben sind, dass Schneebälle (Krapfen) mit feinen Papierschnitzeln ein tauglicher Karnevalsscherz wären und man per Bigotphones Melodien blasen und somit lustige Gesellschaften unterhalten kann. Auch wird Diabeteskranken die Zuckerharnuhr aus der Buchhandlung empfohlen, dies im Fremdenblatt, dem Organ für böhmische Kurorte, wo auch vom Tod König Ludwig II. von Bayern berichtet wird, bilderlos.

Was sich generell sagen lässt: Vor der flächendeckenden Erfindung des Fotografierens bestanden Zeitungen weitgehend aus Text (und wenigen Illustrationen), wunderbare Antithese zu heutigen Billigzeitungen, bei denen die völlige Abwesenheit von Text kaum auffiele.