Auch Erfreuliches geschieht. So kommt 1949 die Autoproduktion in Deutschland langsam wieder in Schwung, mit 104.000 Autos werden dreimal so viele gebaut wie im Jahr davor. Rohstoffmangel, Benzinknappheit und für die meisten Menschen unleistbar hohe Autopreise prägen nach wie vor die Motorisierung. Zweiräder dominieren daher das Straßenbild, nicht zuletzt die Vespa, die seit 1949 in Deutschland in Lizenz gebaut wird.
Angenehm stressarm muss es auf den Straßen und beim Parkplatzsuchen zugehen: Knapp 48.000 Autos sind in Österreich registriert. 2006 werden es 4,2 Millionen sein, 87-mal so viele. Mit dem Borgward Hansa 1500 wird auf dem Genfer Automobilsalon die erste Neukonstruktion eines deutschen Personenautos seit Kriegsende vorgestellt. Es kostet 7600 Mark, und das bei einem jährlichen Durchschnittsbruttogehalt von ca. 2800 Mark. Man kann sich also vorstellen: Wer dieses oder ein noch schöneres Auto hat, dürfte auch beim Geldverdienen kreativ sein, Möglichkeiten sind ja vorhanden. Ein noch schöneres Auto wäre zum Beispiel der ebenfalls in Genf gezeigte Porsche 356 (als Prototyp) oder das viersitzige Käfer Cabrio aus demselben Jahr, gefertigt bei Karmann. Der Käfer als solcher bekommt 1949 ein eigenes Exportmodell mit verchromten Stoßstangen, außerdem geht seine Heimat, das VW-Werk in Wolfsburg, wieder in deutschen Besitz über (und am 1. April beginnt der VW-Export nach Österreich).
1949, das Jahr in dem die BRD, die DDR und die Volksrepublik China gegründet werden.Zwei Ereignisse, deren geschichtliche Bedeutung erst später erkennbar sein wird, tragen sich ebenfalls 1949 zu. Am 22. Februar wird ein Andreas Nikolaus Lauda in das Pötzleinsdorfer Großbürgertum hineingeboren. Und am 4. September verkauft Frau Herta Heuwer in ihrem Imbissstand in Berlin-Charlottenburg, Ecke Kant-/Kaiser-Friedrich-Straße, erstmals eine Currywurst. An wen, bleibt im Dunkel der Geschichte.
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