Das Massaker von My Lai (US-Soldaten metzelten 1968 ein vietnamesisches Dorf), der Erstflug der Boeing 747, das letzte Konzert der Beatles am Apple-Building in London. Und über all dem gleißte das Peace-Symbol – wenngleich von diversen Potentaten unbeachtet. China und die Sowjetunion lieferten sich Grenzscharmützel, Oberst Muammar al-Gaddafi putschte sich in Libyen an die Macht, und zwischen Honduras und El Salvador tobte vier Tage lang der Fußballkrieg. Manchmal reicht ein WM-Qualifikationsspiel, um einen schwelenden Konflikt in einen ausgewachsenen Krieg zu verwandeln.
In Österreich passierte ab 1. Jänner das Farbfernsehen. Ansonsten war man auch hierzulande sehr politisch: Gleich über zwei Volksbegehren wurde entschieden. Zwei Mal ging es über Einführungen. Einmal für die 40-Stunden-Woche, das andere gegen das neunte Schuljahr.
Der totale Wahnsinn ereilte das Land hingegen zu Ostern mit der Erprobung einer Geschwindigkeitsbegrenzung. Die Autorevue startete einen Kreuzzug für die Freiheit. (Vergebens.) Der Schriftsteller Oswald Wiener hatte indes andere Probleme: Er flüchtete vor einem Strafverfahren wegen Gotteslästerung.
Hocherfreuliches gibt es aus dem Jahr 1969 dennoch zu berichten: Drei ewig gültige Filme kommen in die Kinos: Bullitt (Steve McQueen!), Easy Rider (Dennis Hopper!!) sowie „Spiel mir das Lied vom Tod“ (Das Ensemble!!!). Es war dann doch eine gute Zeit.
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