User Bewertung

Testbericht: Chrysler Sebring Wie bewerten Sie dieses Fahrzeug?


0 Stimmen, 0.00 durchschnittliche Bewertung

SHORTCUT

Was wir mögen
Das Aussehen. Eine willkommene Abwechslung in der glatt gebürsteten Limousinenlandschaft.
Was uns fehlt
Die richtige Tonspur. Gegen Diesel ist ja im Prinzip nichts einzuwenden, nur muss es ja kein Pumpe-Düse-VW-TDI sein, zumal ein schlecht gedämmter.
Was uns überrascht
Die kulturellen Unterschiede. Amerika und Europa sind automäßig schwer vereinbar.
Die Konkurrenz
Für klassische Ami-Fans: Cadillac. Für Neubekenner: Dodge.

AUTODATEN

Daten 1/2008: Chrysler Sbring Limited 2,0 CRD: € 33.290 4 Türen, 5 Plätze, Kofferraum 441 l. Länge 485 cm, 1635 kg, 8 Airbags, Klima, BAS, FB, ESP, Klima, 4-Zyl.-Turbodiesel, Pumpe-Düse, Frontantrieb, 1968 ccm, 103 kW (140 PS), 310 Nm, 203 km/h, CO2 170 g/km, MVEG-Verbrauch gesamt: 8,2/5,1/6,2 (D), Test: 7,8
Chrysler Sebring

Testbericht: Chrysler Sebring

Es ist eine Dorfwelt

Wir sehen in ihm den Amerikaner, aber sein Tonfall ist sehr europäisch.

von // veröffentlicht am

Eigentlich dachten wir, Pumpe-Düse ausgesessen zu haben. Nichts da. Das raue Echo erreicht uns auf ein Neues. Diesmal via Amerika. Chrysler hat bei VW eingekauft, um dem europäischen Markt zu geben, wonach der europäische Markt verlangt, Diesel nämlich. Und es ist ausgerechnet ein Pumpe-Düse-Diesel, der jetzt in den Sebring (ja, auch in das Cabrio) eingebaut wird.

Der Sebring leidet darunter. In seiner aktuellen Form hat er doch ein scharfes Profil gewonnen: mehr Kanten, ein schön gewölbtes Scheinwerfer-Unterlid, typische Chrysler-Linien auf der Motorhaube und ein entschlossener Unterkiefer – der Sebring stellt eine erfrischende Alternative in der lauwarm-berechenbaren europäischen Limousinen-Landschaft dar. Eine angenehme Amerika-Option. Und eigentlich müsste man sich durch den Paradigmenwechsel im Motorraum auch verstanden fühlen (die beste Ausstattung wird dem Diesel zuteil), aber da ist eben dieses raue Dieselmahlen, wenn man den Zündschlüssel dreht, was das gute Amerikabild in den Grundfesten erschüttert.

Damit wäre das unzeitgemäße Thema Romantik erledigt. Wir sehen sachlich weiter: 140 PS sind genug, um eine Limousine mit 4,8 Meter und 1,6 Tonnen würdig zu bewegen. Das Gefühl von Reichtum greift aber nicht. Trotz Lederlenkrad, beheiztem Kaffeebecherhalter und einer üppig dimensionierten Musikanlage (6-fach CD-Wechsler für die Limited-Version). Daran hat die Art des Schaltens Anteil, die so unamerikanisch über sechs manuell einzulegende Gänge passiert. An der Höhe des Kupplungspedals merkt man auch, dass das in Amerika eigentlich keine Tradition hat.

Ein bisschen zieht sich der Sebring in die Atmosphäre des Bargain-Boys zurück. Stattliche Limousine in Vollausstattung für 33.000 Euro. Gutes Raumangebot (441 Liter Kofferraum, lässige Verhältnisse in der zweiten Reihe) mit klassischem Stufenheck (wobei das in Europa aber immer weniger Leute haben wollen). Die gesamte Latte Sicherheit plus elektrische Sitzverstellung. Auf der Extraliste verbleiben nur mehr Metallic, Navi und Schiebedach. Klingt trotz rauer Vernunftattitüde nach einem langen Leben.

 

Hinterlassen Sie einen Kommentar,
Ihre Meinung ist uns wichtig!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *