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SHORTCUT

Was wir mögen
Die unaufdringliche Anmut, die möglich ist, wenn man dem Crossover-Thema das Verkrampfte nimmt.
Was uns fehlt
Eine bessere Farbe für unseren Testwagen. No more Transilber, please!
Was uns überrascht

Wie ein Schrägheck alle vernünftigen Transportbedürfnisse abdeckt (und dabei auch noch so gut ausschauen kann).


Die Konkurrenz
In Sachen Schlankheit und kühler Aura ist der A5 Sportback einsame Klasse. Darüber hinaus: VW Passat CC. Der Mercedes CLS ist preislich zu weit weg.

AUTODATEN

Audi A5 Sportback 2,0 TDI: € 38.710,- 5 Türen, 5 Plätze, Kofferraum 480-900 l. Länge 471 cm, 1530 kg. 8 Airbags, ESP, Klima, FB, Xenon. 4-Zyl.-16V-Turbodiesel, Common-Rail-DI. 1968 ccm, 125 kW (170 PS), 350 Nm. 230 km/h, 0–100 in 8,4 sec, CO2 134 g/km. MVEG-Verbrauch: 6,2/4,4/5,1 (D), Testverbrauch 7,5 l.
Audi A5 Sportback 2,0 TDI

Testbericht: Audi A5 Sportback 2,0 TDI

Kunst am Bau

Ein Statement gegen die vorherrschende Meinung, dass Großartigkeit eine Frage der Bauhöhe ist.

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Wie stellt man sich im freien Raum der Phantasie ein Sportback-Heck vor? Klingt nach großer Überraschung. Dabei will Audi mit dem Kunstbegriff bloß sagen, dass ihnen hier ein eleganter Trick gelungen ist, nämlich der, einen maximalen Laderaum von 980 Liter schmal wie ein Kuverttäschchen daherkommen zu lassen.

So dezent und spannend, wie der A5 Sportback hintenrum endet, läuft er praktisch allem zuwider, was wir in der jüngeren Vergangenheit an hochbauender Großmannssucht auflaufen sahen. Was überraschend gut ankommt, weil die erweiterte Menschenfreundlichkeit der vier Türen in einer solchen Reduziertheit etwas recht Sympathisches hat und man dabei doch audimäßig kühl bleibt.

Ein sofort eintretender Alltagseffekt ist, dass man sich mit dem Sportback besonders gerne Nase voran in eine Parklücke stellt, um sich beim Zurückkommen an der Rückenansicht zu delektieren. Geduckt steht der Sportback da, die Dachkante gerade einmal zwei Zentimeter höher als beim Coupé, mit einem hochfesten Spannungsbogen als Kofferraumaußenkante. Zugang zum darunter liegenden Transportabteil gewährt eine weit aufschwingende Schrägheckklappe, die einen Teil der Sichtabdeckung fix integriert hat, was das Bewegen von Teilen zum Vollausnützen des Ladevolumens zu einer überschaubaren Übung macht.

Das also ist ein Sportback. Feine Baukunst mit dem Ergebnis einer weiten Ladeöffnung. Anecken kommt praktisch nicht vor. Die Lehnen der Rücksitze sind zweifach geteilt, lassen sich modulartig umlegen und anstrengungsfrei wieder aufrichten. Ein mittlerer Durchlass regt zum Wintersport an, ein entsprechender Skisack steht auf der Extraliste. Ebenfalls dort gelistet ist eine zusätzliche Kingsize-Bodenabdeckung für den Kofferraum, normalerweise ein klassisches Kombi-Zubehör, damit man schlammtriefende Mountainbikes und erdverbröselte Kartoffelvorräte mitnehmen kann, ohne sich dabei die feine Auslegeware bleibend zu versauen. Das lässt den Sportback sogar als Randlagen-Alternative zum Avant erscheinen.

Aber jetzt: Klappe zu, Kofferraum Ende, der A5 ist mehr Fahrmaschine als Transportgerät. Intensiv fahrerorientiert wie der Zweitürer. Hier und gegenüber dem Zweitürer eben erweitert um eine vernünftig zugängliche zweite Sitzreihe mit ausreichend Kopf- und Bewegungsfreiheit. Keine Gefahr, sich an der niedrigen Dachkante anzuhauen, das Kopfneigen ist Teil einer intuitiven Bewegung. Allein der Regen rutscht am flachen Dachradius aus und tropft auf die Sitze, weil die Aerodynamik längst alle Regenrinnen gefressen hat.

Wir fuhren den A5 Sportback als Zweiliter-TDI mit Sechsgang-Handschaltung und 170 PS. Ein perfektes Maulvoll Leistung, gut für lockere 200 km/h Reisegeschwindigkeit, wenn man dürfte. Mit diesen 170 PS steht der A5 als Sportback in der anwachsenden Riege der viertürigen Coupés leistungsmäßig zwischen den volkstümlichen VW Passat TDI (140 PS) und den fürstlichen Mercedes CLS CDI (224 PS), wiewohl er auftretensmäßig mit keinem der beiden vergleichbar ist. Der Preis passt ins Gesamtbild: Knapp 39.000 Euro stehen als Grundlage auf dem Papier. Audi wäre freilich nicht Audi, wenn sich aus den Begehrlichkeiten der Aufpreisliste nicht – wie bei unserem Testwagen – schnell weitere 15.000 Euro zusammenklauben ließen: Wie anders möchte man hier sitzen als auf elektrisch verstellbarem Ledergestühl? Auch die 18-Zoll-Räder im 10-Speichen-Design machen sich gut. Und wie angenehm: Das MMI-System, das von der Lautstärkenregelung aller Akustikkomponenten über die Wegführung bis zur vielfältigen Musikquellenauswahl alles bedienfreundlich parat hält. Dazu ein knapper Tausender für die Metallic-Lackierung, der allerdings völlig ins Leere investiert wird, wenn man sich dafür das gedeckte Eisgrau unseres Testwagens aussucht. Da sind 80 Prozent des Glamours weg, den ein Amethyst- oder Lavagraumetallic viel dramatischer herausarbeiten könnte.

Sinnvoll angelegt sind die 1.600 Euro für den intelligenten Tempomat. Vor allem wenn man viel auf der Autobahn unterwegs ist. Per Radar beobachtet das System den vorausfahrenden Verkehr, es bremst automatisch ab, wenn man auf einen langsamer fahrenden Vordermann aufläuft, und gibt wieder Gas, wenn die Bahn frei ist. Und die wird meist bereitwillig geräumt. Der Xenon-LED-Audi-Blick ist bereits gut abgespeichert in den Köpfen und wird jetzt auch wohlwollend kommentiert, weil ein Coupé, schau an, so distinguiert, unter Gentlemen ist Überholtwerden keine Schande.

Sportback, das ist also auch ein Beitrag zu einer besseren Welt. Leisere Sprache, perfekte Passform. Liegt an wie ein Ziegenlederhandschuh. Passt entsprechend für fast alles. Nahezu ideale Autobahn-Lebensform. Stadtfest sowieso. Und alles dazwischen. Verbrämt mit Petitessen fragiler Schönheit: die rahmenlosen Scheiben etwa und die gereifte Feinheit im Innenraum. Mühelose Bedienbarkeit. Keine Fettränder. Haptische Perfektion. Von den abgeschrägten Rändern der Schaltertasten bis zur neuen Schule des Türezumachens. Mit einer leichten Verneigung. Weil Fingertapser am Fensterglas? Da hat der Spaß ein Ende.

 

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