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SHORTCUT

Was wir mögen
Die souveräne, fast staatsmännische Art dieses Audi-Kombis. Gerüstet für alles – diesen Hang zur Freiheit muss man nur noch zu nutzen wissen.
Was uns fehlt
Ein größerer Tank. Oder ein geringerer Verbrauch. Oder ein kleinerer Einstiegsbenziner.
Was uns überrascht
Trotz all dem Pochen auf Alltags-Probleme fallen einem doch fast nur Freizeitstress-Anwendungen ein: abgelegene Strände, ein Pferd, ­ausgeprägtes Picknick-Verlangen…
Die Konkurrenz
Allrad-Kombis (Subaru Legacy nicht vergessen). Und Mini-SUV: BMW X1.

AUTODATEN

Audi A4 Allroad 2,0 TFSI quattro: € 40.900,– 4 Türen, 5 Plätze, Kofferraum ab 480 l Länge 470 cm, ab 1410 kg Allradantrieb, 4/6-Zyl.-Motoren 6 Airbags, ESP, BAS, Klima, FB 4-Zyl.-16V-DI-Turbomotor 1984 ccm, 155 kW (211 PS), 350 Nm 246 km/h, 0–100 in 6,6 sec, CO2 169 g/km MVEG-Verbrauch: 9,7/5,8/7,3 (E)
Audi A4 Allroad 2,0 TFSI

Testbericht: Audi A4 Allroad 2,0 TFSI

Freizeitstress

Woher nur all die Zeit nehmen für die vielen Dinge, die man jetzt tun kann.

von // veröffentlicht am

Ganz so einfach ist das nicht mehr mit der Freiheit. Heutzutage braucht man schon ein bisserl Gespür dafür. Es ist ja nicht so, dass einen der A4 Allroad mit der Nase draufstößt, was er kann oder zumindest will. Von unbedarften Passanten wird der etwas höher gelegte Allroad auch mal fälschlich als Normalo-A4 wahrgenommen.

Allroad? Ja genau: bisher nur A6. Der durfte einen Hauch Abenteuer in die Welt der ambitionierten Besserverdiener und SUV-Verweigerer bringen. Um dieses Feeling zu demokratisieren, spendierte man jetzt auch dem A4 etwas Offroad. Namentlich: Höherlegung (jetzt 180 Millimeter Bodenfreiheit) und Plastikbeplankung. Gegenüber dem A6-Allroad ist der A4 um 20 Zentimeter kürzer, ohne merklich kleiner zu wirken. Dafür gewann der Kombi ein wenig an Schärfe. Der steil abfallende Kofferraum wirkt sportlicher als die etwas knubbeligere A6-Variante, auch die Scheinwerfer kommen böser rüber – aber schließlich ist der A4 Allroad auch neuer, da darf man das erwarten.

Im Gegenzug muss auf recht wenig verzichtet werden. Das höhenverstellbare Fahrwerk für mehr Bodenfreiheit gibt es für den A4 nicht. Aber mal ehrlich: Wem fallen Aufgaben ein, die ein A6 mit verstellbarem Fahrwerk erledigt, an denen der Allrad-A4 scheitern würde? Höchstens ein paar theoretische Fälle, die einem Audifahrer eher selten passieren dürften.

Doch für die kleinen und großen Basisabenteuer des Alltags ist der Allroad bestens gerüstet. Plastikbeplankung rund um die Radkästen beugt Steinschlägen vor, und für rund 186 Euro Aufpreis gibt es eine Wendematte für den Kofferraum – was die Zahl potenzieller Einsatzzwecke praktisch verdoppelt. Plötzlich kann man auch Brennholz holen und Reifen oder dreckige Wanderstiefel einladen, ohne gleich den Innenraum bis ans Ende aller Leasingverträge einzusauen. Die wasserabweisende Wendematte aus Plastik lässt sich so in den Kofferraum falten, dass auch die Seitenwände des Innenraums und die Kofferraumklappe geschützt sind.

Der Allroad fährt praktisch im Windschatten des guten A4-Images durch den Markt. Klassenliebling mit Offroad-look-alike-Dreingabe und Souveränitäts-Gewinn sozusagen. Der 211-PS-Benziner fristet mit 13 Prozent im Produktmix nur ein Nischendasein. Wobei kein Argument gegen den 2,0 TFSI spricht, sondern einfach zu viele für die Audi-Diesel, die ja praktisch genauso leise sind, dabei aber weniger verbrauchen und im Falle des Einstiegsdiesel (mit „nur“ 170 PS) auch weniger kosten. Schade eigentlich, ist doch der TFSI mit seiner überlegenen, aber unaufgeregten Art der perfekte Motor. Bloß am Verbrauch von 10,4 Litern kann man sich stören. Der geht ja eigentlich in Ordnung, wenn man bedenkt, wie groß dieses Auto in Wahrheit ist und was 211 PS können. Aber erstens fragt man sich, wer eigentlich wollte, dass die Mittelklasse derart über sich hinauswächst, und zweitens ist wegen des 64-Liter-Tanks (behält man sich eine psychologische Reserve) nach 550 Kilometern am Stück Schluss. Ärgerlich. Aber so kommt man zu seinen verdienten Pausen.

Das einzige echte Problem bereitete der Tempomat, der auch auf gerader Strecke ohne Gefälle stets größere Drehzahlsprünge bis zu 500 Touren machte, was sich nach Katzengejammer anhört und nicht ohne Ruckeln an den Insassen vorbeigeht.

 

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