Erste Bestandsaufnahme, eineinhalb Tage vor dem Start des 12-Stunden-Rennens in Sebring. Die aufgesetzte Coolness regiert. Keiner gibt zu, dass das Kribbeln im Magen immer stärker wird, während von der Rennstrecke das erste Motoren-Gebrüll der Test-Läufe rüber dröhnt. Auch der Camping-Platz ist noch reichlich verwaist. Arbeit gibt es für Journalisten noch nicht wirklich. Also ein kurzer Ausblick.
Alexander Wurz hat mit seinen Co-Piloten Gene und Davidson bei der ersten Test-Session mit dem Peugeot 908 Hdi-Fap gleich mal eine Bestzeit in den alten Beton, des noch älteren Flugplatzes in Sebring gebrannt: 1:45,811, Platz 1. Alexander Wurz in Sebring? So was. Sein letzter Auftritt hier fand 1996, also noch vor seiner Formel-1-Karriere, statt. Wurz, ehrlich wie vernichtend: „Kann mich an nichts mehr erinnern.“ Doch er steht unter Druck. Im vergangenen Jahr musste sich Peugeot der Audi-Konkurrenz hier um zwei Zehntel geschlagen geben. In Worten: Zwei Zehntel nach zwölf Stunden Hardcore-Racing. Diesmal fährt Audi nicht mit. Siegpflicht für die Franzosen (größter Konkurrent ist Aston Martin). Den Druck spielt Wurz ein wenig runter: „LeMans zählt für uns, Sebring ist da eine gute Vorbereitung“, um aber gleich wieder die Ambitionen klar zu stellen: „Wir treten hier nicht an, um nicht zu gewinnen.“
Ähnlich sieht es Richard Lietz. Der 26-Jährige aus Ybbsitz in Niederösterreich (Mostviertel) ist Porsche-Werksfahrer und als solcher in einem der beiden Cockpits von Flying Lizard Motorsport. Die holten in ihrer Klasse in den vergangenen zwei Jahren den Gesamtsieg der LeMans-Serie und fragten für dieses Jahr bei Porsche an, doch bitte Lietz für Sebring zu bekommen. Bitte sehr, gern geschehen. Schließlich hat Lietz reichlich Sebring-Erfahrungen sammeln können, er startete hier schon 2008 und 2009.
Bei der Strecke sind sich Wurz und Lietz einig. Sehr wellig, sehr rauer Beton, harte Materialbelastung. Lietz: „Die Amerikaner mögen keine Veränderungen. Sie lieben das alte Flair. Deswegen liegen hier teilweise noch die original Betonplatten aus den 40ern.“
Ich für meinen Teil bin ein noch größerer USA-Fan geworden als ich ohnehin schon war. Man muss dieses Land einfach lieben. Ich reise in einer Gruppe mit sechs französischen Journalisten. Die ersten vier standen bei der Autovermietung an und sicherten sich einen Van aus dem Hause Dodge. Damit war auch klar, wer das Gepäck aufs Auge gedrückt bekommt. Selbst Schuld. Cécile Estenave, das 1,45 Meter große Powerpaket aus der Peugeot-Motorsport-Presseabteilung, und ich mussten nehmen was übrig blieb und sagten nur: „Uns reicht auch ein kleines Auto.“ Unter klein versteht der Amerikaner einen Ford Mustang. Danke.
Nachtrag zum Thema Alexander Wurz als Kommentator: Ab November wird er wieder beim ORF arbeiten. “Fünf Rennen werden sich bei mir wegen Terminüberschneidungen nicht ausgehen. Bleiben noch 14.”
geh bitte frag den alex, ob er wieder formel 1 co-moderieren wird!?
ich find ihn witziger als den klien, obwohl sich der sicher auch auskennt….
den prüller gibts ja auch nicht mehr aufm sky oder? am sonntag ned gfunden….
Müssen die Amerikaner jetzt mit Diesel im Motorsport zu besseren CO2-Bilanzen geführt werden?
Also: Alexander wird heute Mittag gleich mal nach seinen Kommentator-Ambitionen gefragt. Versprochen. Melde mich dann noch einmal.
Was die Co2-Bilanz angeht: Man schlägt hier mächtig die Werbetrommel: "Sebring goes green. Recycle!" Ist allerdings mehr eine Art Ausgleich. Die Bierdosen werden ordnungsgemäß entsorgt (oder dem Aufräumtrupp der Pfadfinder überlassen) um mit einem guten Gewissen im Ram nach Hause zu fahren. Peugeot kanns egal, die Marke findet in den USA nicht statt. Genau wie Diesel. Man hofft ein wenig auf "Win on Sonday, sell on Monday." Aber wirklich dran glauben tut wohl keiner.
Ohne es anklagend zu meinen habe ich noch einmal ein paar Fotos zum Thema Recycling angefügt. Viel Spaß.
nehmens wohl net so genau mit recycling, die amis. Aber der weiße "Kleinwagen" is schön.
zitat:
"Nachtrag zum Thema Alexander Wurz als Kommentator: Ab November wird er wieder beim ORF arbeiten. “Fünf Rennen werden sich bei mir wegen Terminüberschneidungen nicht ausgehen. Bleiben noch 14.”"
wie ab november? da ist formula uno ja schon vorbei oder!?
aber thanxs fürs nachfragen! :-)
ad recycling,
die amis nutzen das wohl aus, im übrigen land wirst eh fast verhaftet, wennsd erwischt wirst, littering hat im central park vor 10 jahren schon 300dollar gekostet!
aber in ösiland schmeißen alle die tschick und wasweißichnochalles aus dem autofenster und keinen cop interessierts….. :-(
noch ein kommentar,
warum schreibt die website "Kommentar von tomtomd, vor 1 Stunde" wenn ichs vor einer minute gepostet hab!?
Ohne es zu wissen würde ich sagen, dass "Stunde" einfach die kleinste Recheneinheit des Systems ist … aber vielleicht kann da mal einer der Techniker antworten.
Im November gibts immerhin noch Dubai und Abu Dhabi und nach der Saison ist vor der Saison. Darf ja auch nicht vergessen, dass Alexander in Monaco wohnt und ja auch nebenbei arbeiten muss. Rennfahren und so.
Ich bin gerade dabei, diesen offensichtlichen Berechnungsfehler zu beheben.