Martin Strubreiter

Jahrgang 1968, verbrachte seine Kindheit in kratzigen Fischgräthosen, womit Skepsis gegenüber den Insignien bürgerlichen Wohlstands unvermeidbar war. Also erwarb er nach der Führerscheinprüfung einen 2CV und blieb weiterhin am Fahrrad sitzen, hat bis heute mehr Oldtimer und auch Fahrräder ge- als verkauft, arbeitet aber freudig mit Neuwagen.
Sonderzug
Sharan-MarketingEs muss ja nicht immer gleich die erwartete Straßenbahn sein.

Autor: Martin Strubreiter, am 10.09.2010    Fotos: Johannes Gasser

Heute, Straßenbahnstation Schottenring: eine antiquierte Wartungslok der Wiener Linien biegt ums Eck, da wird niemand zusteigen. Hinten hängt nämlich ein Lastenanhänger dran, und der ist besetzt, mit einem Auto, dessen Alter ungebrochene Rüstigkeit vermuten lässt. Derlei Schlüsse sind allerdings unzulässig, wenn es sich um eine Marketingaktion handelt – der neue VW Sharan soll im Bewusstsein der Wiener verankert werden, immerhin muss er gegen ein 15 Jahre lang gefestigtes Sharan-Bild antreten. Der Neue will dies im Zuge einer Händler-Herbstmesse schaffen, wie ein Transparent am Straßenbahn-Hänger vermerkt, immerhin seine Farbgebung passt perfekt zum Herbstlaub.

Kommentare

  • morsella, vor 1 Jahr

    So geht es mir. Durch vielköpfige Familie und Firmen car-policy zum Sharan verurteilt. Immerhin hat er jetzt 7 Sitze und kann MP3s spielen. Mehr kann man nicht erwarten.

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