Do the Schraubraupe

Mobilität im Umbruch: Wenn das mit dem Schnee nicht aufhört, sollten wir uns vielleicht der Geschichte bedienen, um weiterzukommen

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Internetfund des Tages. Weitergegeben per Social Media (Thx, Comandatina!! ).

Da hat sich also jemand Gedanken gemacht hat, wie es mit uns weitergehen wird, wenn es weiter so schneit und schneit und schneit. Wie fahren, wenn uns die weiße Pracht über den Kopf wächst?

Die Geschichte bietet einen Ausweg. Per Schraub-Traktions-Antrieb. Eine Idee, deren Wurzeln offenbar bis ins Jahr 1907 zurückreichen. Das Fahrzeug, das in diesem Film gezeigt wird, ist der „Armstead Snow Motor“, ein verblüffend funktionales, wie wohl optisch etwas tollpatschig anmutende Vehikel. Ein Fordson Traktor wurde dafür umgebaut und auf zwei torpedoartige Zylinder mit grobstolligen Schneckenprofil gestellt. Der neunminütige Demonstrations-Stummfilm wurde in den 1920ern gedreht, konnte der Schnee-Schraubraupe aber nicht zum Durchbruch verhelfen.

Wikipedia zitiert zur Illustration des Armstead Snow Motor einen Artikel aus der New York Times vom Jänner 1926:

„Having used the motor car for almost every other conceivable purpose, leading Detroit automobile makers have now organized a company entitled “Snow Motors Inc.,” to put out a machine which will negotiate the deepest snowdrifts at six to eight miles an hour. The new car will consist of a Ford tractor power-plant mounted on two revolving cylinders instead of wheels—something on the order of a steam roller. The machine has already proved its usefulness in deep snow previously unnavigable. One such machine has done the work which formerly required three teams. In Oregon a stage line uses a snow motor in its two daily round trips over the Mackenzie Pass between Eugene and Bend. Orders are already in hand from Canada, Norway, Sweden, and Alaska. The Hudson Bay Co. has ordered a supply to maintain communications with its most northern fur-trading stations. The Royal Northwest Mounted Police have also gone into the market for snow motors, and may cease to be horsemen and become chauffeurs, to the deep regret of cinema people. A number of prominent motor makers have also been interested in the proposition from the angle of adapting the snow motors equipment to their ordinary models. Hudson, Dodge and Chevrolet are mentioned especially as interested in practical possibilities along this line.“

Das Ballonschrauben-Antriebsprinzip, mit dem Fahrzeuge gut auf meterdickem Schnee, tiefem Matsch und auf sumpfigen Terrain vorankommen, wurde in späteren Jahren für militärische Zwecke ein paar Mal wiederaufgegrifffen (1944 von Johannes Rädel und später dann vom staatlichen russischen Mobilitäts-Universal-Giganten ZIL), und hat wohl auch Fahrzeug-Requisiteure von Science-Fiction-Filmen inspiriert. Sollten sich die winterlichen Härtefälle des Klimawandels ausweiten, werden wir uns dieser Technologie vielleicht wieder entsinnen. Der Roland-Emmerich-Film „The Day After Tomorrow“ hat ja gezeigt, worauf wir uns eventuell gefasst machen müssen.

Mehr aus dem Web:

SPÖ abgestürzt (news.at)

Lebkuchen-Kekse (gusto.at)

 

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