Christian Kornherr

Verantwortlicher für den Inhalt, Nicht-Vegetarier, Mustangfahrer. Grüner 67er, wie der von Steve McQueen in Bullitt. Ein Cabrio, aber die richtigen Räder. Ansonsten ganz viel Liebe für den Rallyesport, der liebt aber nur selten zurück. Eine persönliche Tragödie, die niemanden in der Redaktion interessiert.
Der Motorsport und ich…
Der Motorsport und ich. ... das ist eine vertrackte Beziehung: Mit ihm geht es nicht, ohne ihn aber auch nicht.

Autor: Christian Kornherr, am 19.12.2011    Fotografie: Christian Kornherr

Nach dem Verkauf des Rot-Weiß-Roten stürzte ich mich in ein neues Projekt, ein Escort Twincam MkI auf Werkslevel 1969 – vielleicht lest Ihr ja mal davon, wenn der ärgste Schmerz abgeklungen ist. Denn beim Aufbau kam es zu Zeit- und Kostenüberschreitungen, dass der Skylink-Terminal am Flughafen ein Dreck dagegen ist. Statt am Rechberg (Ende April) sollte die Jungfernfahrt beim Cividale-Bergrennen stattfinden.

Freitag, 7. Oktober, Cividale:
Nach dem Einzahlen des Nenngeldes will ich mit dem Twincam zur technischen Abnahme fahren, aber das Kupplungspedal fällt ohne Widerstand bis zum Boden durch – wieder der Scheiß-Hydraulikzylinder wie schon zwei Mal davor. Auch eine dramatisch durchgeschraubte Nacht mit rührend hilfreichen italienischen Mechanikern – läuten Sie einmal bei einer heimischen Werkstatt am Freitag nach fünf an und bitten um eine Hebebühne – hilft da nix.

Samstag, 8. Oktober, Cividale:
Heimreise. Frust und Ärger sind nicht enden wollend. Zwischendurch: Die Sehnsucht nach schnell & quer steigt wieder. Möchte diesmal den Ball aber flach halten und überrede Max Lampelmaier, dass wir gemeinsam im silbernen Eis-Escort einmal den Winterslalom in Horn probieren.

Sonntag, 4. Dezember, 16.00:

Bin wieder völlig mit dem Motorsport versöhnt. Nix ging kaputt, ich hab’ mich nicht blamiert, und es war einfach nur ein Riesen-Spaß. Die Rallyecross-Strecke tat dem Escort nicht weh, weil so gut präpariert, dass die Schotter­passagen von knallharter Konsistenz waren, wie man es sonst nur in Finnland vorfindet. Zudem fahren überwiegend junge Burschen auf preiswertestem Gerät. Bedingung ist ein verkehrssicherer Zustand, für die Serienklasse ein Pickerl, das war es auch schon an Vorschriften. Und: 25 Euro Startgeld, also weniger, als ein Tag im Prater kostet. Erdiger und sympathischer kann Motorsport nicht sein. Große Empfehlung für alle, die einfach mal reinschnuppern wollen. Die Winterslaloms am Nordring finden übrigens jeden ­ersten Sonntag des Monats statt. Mehr unter www.nordring.at.

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