Modellvorstellung Kia Sportage

Wolle, Milch und Schaf
Schon wieder eines dieser Auto, die alles sein wollen.

Autorevue 8/2010   Autor: Rudolf Skarics   Fotos: Werk

Shortcut

Was wir mögen

Die Gnadenlosigkeit, mit der die ­Koreaner darauf achten, dass keine echten Schwachpunkte mehr auf­treten. Den Allradantrieb haben sie sinngemäß bestellt mit den Worten: Wir wollen das Beste.

Was uns überrascht

Dass man auch im Design mit derartiger Konsequenz den europäischen Geschmack bedient.

Was uns fehlt

Ein drehmomentstarkes Topmodell würde die Palette hübsch nach oben abrunden.

Die Konkurrenz

Die ganze Breite der kompakten SUVs von Chevrolet Captiva bis VW Tiguan.

Daten

Kia Sportage 5 Türen, 5 Plätze, Kofferraum 564–1353 l, 444 cm, ab 1505 kg, 4-Zyl.-Motoren Frontantrieb/Allrad permanent 8 AB, ESP, Klima, FB.
Kia Sportage 1,6 CVVT: € 21.990,– 4-Zyl.-16V-Motor 1591 ccm, 103 kW (140 PS), 166 Nm
Kia Sportage 2,0 CVVT: € 26.290,– 4-Zyl.-16V-Motor 1998 ccm, 120 kW (163 PS), 194 Nm 182 km/h, 0–100 in 10,7 sec, CO2 181 g/km MVEG-Verbrauch: 9,9/6,3/7,6 (E)
Kia Sportage 1,7 CRDi: € 24.090,– 4-Zyl.-16V-Motor 1685 ccm, 85 kW (115 PS), 255 Nm
Kia Sportage 2,0 CRDi: € 27.990,– 4-Zyl.-16V-Motor 1995 ccm, 100 kW (136 PS), 320 Nm 181 km/h, 0–100 in 11,3 sec, CO2 149 g/km MVEG-Verbrauch: 6,8/5,1/5,7 (D)
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Während andere noch im Tiefschlaf lagen, so gegen Ende des vorigen Jahrhunderts, ­verkaufte Kia bereits tüchtig eine neue Fahrzeuggeneration: den ­Geländewagen, der eigentlich schon eher ein Pkw war und mittlerweile SUV genannt wird. Diese Autos sollten noch zur tragenden Säule einer ­koreanischen Erfolgsgeschichte werden. Und hier kommt ­bereits die dritte Generation des Kia Sportage, eines der ­ersten Vertreter der kompakten SUVs.

Das Auto ist wirklich neu, denn bis auf Teile der Vorderachse und zwei Motoren ­wurde nichts vom Vorgänger übernommen. Das Design folgt der aktuellen Schreyerschen Linienführung, die ja
als sehr gelungen bezeichnet werden kann, jedenfalls ist von der ­asiatischen Pummeligkeit nichts mehr ­übrig. Die Marke Kia gewinnt also schon alleine durch das Design zusehends an Schärfe im Auftritt.

Die ­Autos für Europa werden im Werk Zilina in der ­Ostslowakei gebaut, für den Rest der Welt aber auch noch in China und Korea. Und es gibt sogar eine wichtige österreichische Komponente: Der Allradantrieb ist steirisch, wurde bei Magna ­Powertrain entwickelt und wird in Korea in ­einem gemeinsamen Werk von ­Magna und Hyundai-Kia gebaut, was geradezu zwingend darauf schließen lässt, dass bald in allen Kias und Hyundais steirische Allradherzen zu finden sein werden (Kernstück des Systems ist eine Reiblamellenkupplung mit hochgradig ­vernetzter und damit hoch­intelligenter elektronischer Steuerung).

Zwei bekannte Motoren (2,0-Liter-Benziner und Diesel) gibt es gleich zu Verkaufsstart im September, zwei neue hubraumschlankere ­Varianten ­(siehe Datenkasten) ab Jahresende, die dann auch gleich serien­mäßig mit Start-Stopp-Automatik. Die beiden Zwei­liter-Aggregate haben ausschließlich ­Allradantrieb, die sparsamen kleineren Motoren werden mit Frontantrieb kombiniert.

Kias Angebotspalette spiegelt offenbar wider, was weltweit wirklich der Trend der nächsten Jahre sein wird: hochwertige, geräumige und umfassend nutzbare Autos mit sehr ­moderater Motorisierung, damit die Unterhaltskosten im Rahmen bleiben.

Cover Autorevue 08/2010

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