Modellvorstellung Porsche 911 Turbo S

Stachel im Fleisch
S bedeutet: Konzentrationsverdichtung durch höheren Ladedruck und eine Anreicherung um alles, was gut und teuer ist.

Autorevue 6/2010   Autor: Susanne Hofbauer   Fotos: Werk

Shortcut

Was wir mögen

Die perfektionistische Art, mit der das Leistungs-Surplus serviert wird. Und den kräftigen Sound.

Was uns überrascht

Wie viele feinziselierte Spielarten des 911-Themas Porsche immer wieder aufs Neue erfindet.

Was uns fehlt

Ein verlässlicher Radarwarner.

Die Konkurrenz

Von der individuellen Ausrichtung ­abhängig (von Aston bis Lambo).

Daten

Porsche 911 Turbo S Coupé: € 207.200,– Porsche 911 Turbo S Cabrio: € 220.600,–
2 Türen,2 Plätze,Kofferraum 105+190 l
Cabrio: 150l, Länge 445 cm,
Coupé 1585 kg, Cabrio 1660 kg
6-Zyl.-Biturbo-Motoren, perm. Allrad.
Siebengang-PDK, 6 Airbags
Klima, FB, BAS, ESP
Porsche 911 Turbo S Coupé
3806 ccm, 390 kW (530 PS), 700 Nm
315 km/h, 0–100 in 3,3 sec, CO2 268 g/km
MVEG-Verbrauch: 16,5/8,1/11,4 (S)
Porsche 911 Turbo S Cabrio
315 km/h, 0–100 in 3,4 sec, CO2 270 g/km
MVEG-Verbrauch: 16,7/8,2/11,5 (S)
mehr...

In der langen Turbo-Geschichte des 911 (seit 1974) waren S-Modelle eher Einzelerscheinungen: 1992 legte Porsche erstmals eine Turbo-S-Kleinstserie des 964 auf, eine Straßenversion des Hurley-Haywood-Wagens aus der Supercar-Rennserie, die 381 PS hatte und 180 Kilo weniger wog als der normale Turbo. Es wurden nur 85 Stück gebaut, der Kultstatus war vorprogrammiert, diese ersten Turbo S werden heute (falls überhaupt) für ein Vermögen gehandelt. Auch vom 993 gab es dann eine verschärfte und mit allem Luxus ausgestattete Turbo-S-Aus­baustufe mit 450 PS, die 996er-Version blieb auf diesem ­Leistungslevel und kam erstmals auch offen auf den Markt.

Auch den aktuellen 911 Turbo S gibt’s als Coupé und Cabrio, wobei man vor allem bei letzterem auch als Fahrer die intensivere Vertonung des um 30 PS angereicherten Bi-Turbo-Boxermotors zu hören kriegt. Die Leistungssteigerung hat Porsche durch eine veränderte Einlassventil-Steuerung und die Erhöhung des Drucks in den VGT-Ladern auf 1,2 bar (1,0 bar beim Turbo) erreicht. Korrespondierend zu den nun 530 PS liefert der Turbo S auch entsprechend mehr Dreh­moment. Zwischen 2100 und 4250 Touren stehen brachiale 700 Nm an, die das Fahren des Turbo S gefühlsmäßig noch kräftiger färben. Gleichzeitig wurden gegenüber dem normalen Turbo zehn Kilo Gewicht eingespart.

Damit sich all das Fett auch perfekt auf die Straße bringen lässt, hat Porsche alle Performance-Unterstützungs-Tools, die für den Turbo als Extras zu bestellen sind, fix in den S ­gepackt. Das Torque Vectoring System (PTV) zum Beispiel lässt einen durch die mecha­nische Quersperre und die ­variable Momentverteilung an der Hinterachse Kurven noch schneller und präziser nehmen. Das Sport Chrono-Paket erlaubt es, das 7-Gang-PDK und die Fahrdynamik-Systeme einer sportlichen oder extrasportlichen Gangart anzupassen. Du hast im Turbo S also auch in echt anspruchsvollen Passagen einen guten Verbündeten, der bei dir bleibt, solange es geht.

Zur Serienausstattung des Turbo S gehören auch dyna­misches Kurvenlicht, 19-Zoll-Räder mit Zentralverschluss und höchst effektiven Keramik-Bremsen. Die Leder-Sportsitze sind in zwei extra für den Turbo S entworfenen Farbkombinationen erhältlich: Zur Grundfarbe Schwarz kann man zwischen den Kontrastfarben Creme oder Titanblau wählen.

Cover Autorevue 06/2010

Dein Kommentar

Du musst Dich einloggen um kommentieren zu können.