Modellvorstellung Lotus Evora IPS

Sport-o-matik
Konzentration aufs Wesentliche: Lenken, Bremsen, Gas geben.

Autorevue 8/2011   Autor: Christoph Jordan   Fotos: Werk

Shortcut

Was wir mögen

Wie alltagstauglich sich ein Lotus anfühlen kann.

Was uns überrascht

Wie man einer zahmen Automatik mit kleinen Eingriffen einen reschen Stürmer entlocken kann.

Was uns fehlt

Der Biss der S-Version. Dürfte aber nicht lange auf sich warten lassen.

Die Konkurrenz

Vom Exotenstatus steht der Evora IPS ziemlich konkurrenzlos da.

Daten

Lotus Evora IPS: € 73.637,- Lotus Evora IPS 2+2: € 77.600,- 2 Türen, 2/4 Plätze, Länge 434 cm, 1436 kg Heckantrieb, 6-Zyl.-Motoren V6-Zyl.-24V-Mittelmotor 3456 ccm, 206 kW (280 PS), 350 Nm 250 km/h, 0–100 in 5,5 sec, CO2 208 g/km MVEG-Verbrauch: 12,6/6,6/8,8 (E)

Ein Lotus mit Automatik­getriebe. Noch mal: ein Lotus mit Automatikgetriebe. Dürfen die denn das?
Ja, sie dürfen.
Oder besser: Sie müssen.

Einerseits wiederholt sich ohnehin nur die ­Geschichte, da auch der Éclat/­Excel schon in den 70ern mit Automatik erhältlich war, andererseits geht es für Lotus um das Erschließen wichtiger Märkte. Besonders in Amerika, wo der Evora seit Sommer letzten ­Jahres verkauft wird, sowie  in Asien sind Automatikver­sionen einfach Pflicht. Der neue Chefdirigent Dany Bahar hat schließlich Großes mit der Marke vor. Gleich fünf neue Modelle sollen bis 2015 gebracht werden – der Evora, die Vorhut gewissermaßen, bleibt im Programm.

Lotus Evora IPS Interieur

IPS steht für „Intelligent Precision Shift“, das Getriebe kommt – wie auch der 3,5-V6-Motor – von Toyota. „Wir beziehen aber nur das Metall von Toyota“, wie man bei Lotus ­betont, „alle Steuerungen ­wurden bei uns im Haus entwickelt.“ So hat man dem ­Getriebe, das sonst beispielsweise im Camry seinen Dienst versieht, seine Geschmeidigkeit digital aberzogen und es in Richtung Sportlichkeit gebürstet. Und das auf sympa­thische, weil für einen Sport­wagen stimmige Art und Weise. Schaltvorgänge werden nicht glattgebügelt, sondern sind ­gewollt fühlbar. Der Sport­modus – Ehrensache bei Lotus – ist mit dem ESP vernetzt und lässt auch kleinere Driftwinkel zu, dazu gibt’s dank der g-Sensorik automatisches Zurückschalten beim harten Anbremsen, garniert mit einer Prise Zwischengas. Wem das nicht reicht, der kann ­jederzeit über mitdrehende Paddles am Lenkrad ins Schaltgeschehen eingreifen (und auch am Begrenzer geigen, ohne von der Steuerung bevormundet zu werden).

Der Rest ist einfach Evora geblieben: Die 1436 kg Gewicht im Datenblatt stehen völlig konträr zu den Fahr­ein­drücken: Alles spielt sich hier in einer Leichtfüßigkeit ab, die man anderswo selten erleben wird. Die Lenkung? Exakt am Punkt. Hinzu kommen eine kräftig zupackende Bremsanlage von AP-Racing und ein Fahrwerk, dem Komfort nicht fremd ist. Kein Vergleich zur Härte der Elise. Nur der Motor, ein braver, unauffälliger Dreher, der erst ab 4000 Touren zu seiner ­Leistung findet, könnte ein wenig mehr Biss vertragen.

Cover Autorevue 08/2011

Dein Kommentar

Du musst Dich einloggen um kommentieren zu können.