Jetzt mistet Hyundai die klingenden Namen aus und vervollständigt den Übergang zu alphanumerischen Bezeichnungen. Man darf das durchaus als Statement verstehen, zumal auch die deutschen Premiummarken ihre Modellreihen nach Zahlen und Buchstaben sortieren. Tucson ist Geschichte, das Auto heißt jetzt kurz und bündig ix35. Das ist hart dran an der BMW-Nomenklatura, aber in München sieht man nobel darüber hinweg oder hat gerade andere Sorgen.
Wie mittlerweile das gesamte Segment der Kompakt-SUVs von Gatsch zu schickem Styling und vor allem präziser Onroad-Fahrdynamik fortgeschritten ist, hat nun auch Hyundai die designfreie Zone verlassen. Und wie! Eigentlich schon fast übertrieben mit der fetzigen Doppel-Z-Linie in der Flanke und Chromrändern um die Nebelscheinwerfer. Jedenfalls wird man mit dem ix35 von Ludmerfeld kommend nicht mehr die Furt durch den Laabenbach nehmen, um den Weg zur Bundesstraße abzukürzen, was in einem Tucson das Selbstverständlichste der Welt gewesen ist. Auch objektive Kriterien spiegeln den gestalterischen Ansatz wider: mehr Radstand (+10mm), deutlich mehr Länge (+85mm) und geringere Höhe (–20mm) lassen den ix35 um ein Eck dynamischer aussehen als seinen Vorgänger.
In Sachen Cockpit-Ergonomie leistete man sich keine Schwächen, die blauweiß beleuchteten Instrumente kann man mögen oder nicht. Die Schalter am Lenkrad sind unaufdringlich und vernünftig angeordnet (links Audio, rechts Tempomat). Für Verweigerer von Radioprogrammen findet sich in der Mittelkonsole serienmäßig eine USB-/AUX-Schnittstelle.
Als Motorisierung stehen ein 2,0-l-Turbodiesel in zwei Leistungsstufen (136 oder 184 PS) und ein ebenso großer Benziner mit 163 PS zur Auswahl. Letzterer reicht das Drehmoment über ein manuelles Fünfgang-Schaltgetriebe weiter, beim Diesel dürfen es sechs Gänge, im Falle des stärkeren Diesels wahlweise auch eine Sechsgang-Automatik sein.
Ab September kommen noch ein 1,7-l-Diesel (115 PS) und ein 1,6-l-Benziner (140 PS). Zum eleganteren Auftreten des neuen Hyundai wäre ein ottomotorischer Antrieb nicht unpassend, aber leider ist das Aggregat schon bei gemäßigtem Autobahntempo akustisch deutlich wahrnehmbar.
Der Allradantrieb wird von einer elektronisch gesteuerten Lamellenkupplung gemanagt, die abhängig von Gaspedalstellung, Lenkwinkel und Schlupf bis zu 50 Prozent des Antriebsmomentes der Hinterachse zuteilt. Zur Befreiung aus prekären Situationen lässt sich per Knopfdruck eine Längssperre aktivieren, die ab 40 km/h automatisch wieder aufgehoben wird. An der Hinterachse gibt es, wie in dieser Liga üblich, keine Differenzialsperre, aktiver Bremseneingriff simuliert eine solche falls erforderlich. Wem das alles zu aufwändig erscheint, der kann den ix35 übrigens als reinen Fronttriebler ordern und damit 2.000 Euro sparen. Berganfahrhilfe, Bergabfahrassistent, ESP und das volle Sicherheitsprogramm sind ab der Basisausstattung serienmäßig an Bord.
Modellvorstellung Hyundai ix35
Sprung vorwärts ohne Deckung. Das Drängen nach oben und die Europäisierung eines SUV.
Shortcut
Was wir mögen
Das Preis-Leistungsverhältnis. Den schlauen Allradantrieb, aber auch die 2-WD-Option.Was uns überrascht
Dass ein Benzinmotor bei 130 km/h so deutlich hörbar sein kann.Was uns fehlt
Eine etwas feinsinnigere Fahrwerksabstimmung, zumal der ix35 hauptsächlich On-Road gefahren werden wird.Die Konkurrenz
Die gesamte Herde der Kompakt-SUVs von Ford Kuga, Chevrolet Captiva, Nissan Qashqai bis zu Toyota RAV4 und VW Tiguan.Daten
5 Türen, 5 Plätze, Kofferraum 518–1436 l,
441 cm, Frontantrieb/AWD perm. Allrad,
ix35 2,0 D-CVVT: € 23.990,–
4-Zyl.-16V-Motor,
1998 ccm, 120 kW (163 PS), 194 Nm,
MVEG-Verbr.: ges. 7,4 (E), CO2 178g/km,
(4WD: ges. 7,7 (E), CO2 184g/km),
ix35 2,0 CRDi: € 25.990,–
4-Zyl.-16V-DI-Turbodiesel, Common-Rail,
1995 ccm, 100 kW (136 PS), 320 Nm,
MVEG-Verbr.: ges. 5,9 (D), CO2 158g/km,
(4WD: ges. 6,1; CO2 163g/km),
ix35 2,0 CRDi: € 30.990,–
1995 ccm, 135 kW (184 PS), 383 Nm,
MVEG-Verbr.: ges. 5,9 (D), CO2 158g/km,
(4WD: ges. 6,1; CO2 163g/km),