Modellvorstellung Chevrolet Aveo

Schaut nicht auf den Preis
Chevrolet hat Angst vor dem Preisbrecherimage.

Autorevue 7/2011   Autor: Christian Seidel   Fotos: Werk

Shortcut

Was wir mögen

Das Preis-Leistungsverhältnis und die Vielzahl an Ablagemöglichkeiten.

Was uns überrascht

Jeder, der den Namen „Chevy“ immer noch mit diesem Bigblock-Pathos ausspricht.

Was uns fehlt

Eine zeitgemäße Automatik und noch die Dieselvariante.

Die Konkurrenz

VW Polo, Skoda Fabia, Opel Corsa. Renault Clio…

Daten

Chevrolet Aveo 5 Türen, 5 Plätze, Länge 4039 cm, Kofferraum390-653 l. 4-Zylinder-Motoren, Frontantrieb
Aveo 1,2 LS: € 10.990,- 1229 ccm, 51 kW (70 PS), 115 Nm, 162 km/h, 0-100 in 14,3 sec, 138 g CO2 pro km, MVEG-Verbrauch 7,7/4,8/5,9 (E)
Aveo 1,2 LS: € 11.990,- 1229 ccm, 63 kW (86 PS), 115 Nm, 171 km/h, 0-100 in 13,4 sec, 129 g CO2 pro km, MVEG-Verbrauch 7,1/4,6/5,5 (E)
Aveo 1,4 LT: € 15.790,- 1398 ccm, 74 kW (100 PS), 130 Nm, 177 km/h, 0-100 in 12,2 sec, 139 g CO2 pro km, MVEG-Verbrauch 7,7/4,9/5,9 (E)
Aveo 1,6 LTZ: € 16.290,- 1598 ccm, 85 kW (115 PS), 155 Nm, 189 km/h, 0-100 in 11,3 sec, 156 g CO2 pro km, MVEG-Verbrauch 8,9/5,3/6,6 (E)
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Nein, über den Preis wolle man sich nicht verkaufen, beschwört Chevrolet auf Nachfrage. Dafür sei das Image nicht passend. Das Argument leuchtet ein, schließlich beginnt man heuer endlich mit dem offiziellen Import der Corvette und des Camaros. Aber etwas mehr Stolz ist angebracht. Für weniger als 11.000 Euro gibt es die Fünftürer-Version des neuen Aveo, und die kommt sogar mit so viel Ausstattung, dass man sich vor der Schwiegermutter nicht genieren muss (z.B. Tempomat, zwei elektrische Fensterheber …).

Klar ist, dass die Euros ­irgendwo eingespart werden müssen. Und so kommt das Interieur eher schlicht, aber ganz ohne Rätsel daher. Entschädigt wird man mit reichlich rutschfesten Ablagefächern und ­einem Instru­men­ten-­Design, bei dem die Ingenieure mal etwas anderes versucht haben. Wie schon im Spark hat man sich von Motorrad-Instrumenten inspirieren lassen – digitaler Tacho, analoger Drehzahl­messer, eingerahmt von einem martialischen ­Plastikrand.

Beim Dämmmaterial wurden noch ein paar Euro reingeholt, was aber nur mit Automatikgetriebe stört – das orgelt stets in einem zu hohen Bereich. Sonst gibt es am Fahrverhalten wenig auszusetzen. Der Aveo liegt so satt auf der Straße, wie man das erwartet. Das Fahrwerk käme auch mit mehr Leistung klar, und man fühlt sich nie unsicher. Das Schaltgetriebe ist exakt und kann sportlich bedient werden, die Lenkung spielt mit und ­zirkelt den Chevrolet präzise über die Straßen. Dass dem Einstiegsbenziner rasch der Schmäh ausgeht, ist bei 70 PS freilich auch klar. Aber da hat Chevrolet ja schon vorgesorgt.

Cover Autorevue 07/2011

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