Modellvorstellung Saab 9-5

Nordlicht ins Dunkel
Mit dem 9-5 soll der Neustart gelingen.

Autorevue 7/2010   Autor: Christoph Jordan   Fotos: Werk

Shortcut

Was wir mögen

Die Formensprache, die Eigenwilligkeit, die gepflegte, niemals störende Schrulle.

Was uns überrascht

Das fehlende Zündschloss in der Mittelkonsole, das einem Startknopf ebendort gewichen ist.

Was uns fehlt

Der Kombi. Kommt aber im Sommer nächsten Jahres. Innovationen, die andere noch nicht haben.

Die Konkurrenz

Audi A6, BMW 5er, Mercedes E. In Wirklichkeit eher alles fernab vom Mainstream, wie Volvo S80, Jaguar XF, ein bissl auch der Skoda Superb.

Daten

Saab 9-5 4 Türen, 5 Plätze, Kofferraum 515 l Länge 501 cm, ab 1575 kg Front-/AWD Allradantrieb, 4/6-Zyl.-Motoren Alle: 8 Airbags, Klima, ESP, FB
Saab 9-5 1,6 T: € 37.600,– R4-Zyl.-16V-Turbomotor 1598 ccm, 132 kW (180 PS), 230 Nm 220 km/h, 0–100 in 9,5 sec, CO2 179 g/km MVEG-Verbrauch: ges. 7,6 (E)
9-5 2,0 T Biopower: € 43.230,– R4-Zyl.-16V-Turbomotor 1998 ccm, 162 kW (220 PS), 350 Nm 240 km/h, 0–100 in 7,9 sec, CO2 194 g/km MVEG-Verbrauch: 12,4/6,3/8,4 (E/E85)
9-5 2,8 T V6: € 63.180,– V6-Zyl.-24V-Turbomotor 2792 ccm, 221 kW (300 PS), 400 Nm 250 km/h, 0–100 in 6,9 sec, CO2 244 g/km MVEG-Verbrauch: 16,2/7,3/10,6 (E)
9-5 2,0 TiD: € 39.000,– 4-Zyl.-16V-DI-Turbodiesel, CR 1956 ccm, 118 kW (160 PS), 350 Nm 215 km/h, 0–100 in 9,9 sec, CO2 114 g/km MVEG-Verbrauch: 6,4/4,4/5,3 (D)
9-5 2,0 TTiD: k.A. 4-Zyl.-16V-DI-Turbodiesel, CR 1956 ccm, 140 kW (190 PS), 400 Nm 230 km/h, 0–100 in 8,8 sec, CO2 159 g/km MVEG-Verbrauch: ges.: 6,0 (D)
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Dass der neue 9-5 als Vermächtnis aus der GM-Zeit nun als Vorbote in diese neue Zeitrechnung gehoben wird, scheint daher auf den ersten Blick kurios. Denn unter der schicken Hülle verbergen sich fast ausschließlich technische Komponenten des Opel Insignia – was aber in diesem Fall gewiss keinen Fehler darstellt. Von den fünf Metern Außenlänge ist hinterm Lenkrad nämlich kaum etwas zu spüren, es ist wahrlich überraschend, wie leichtfüßig sich der 9-5 ­bewegen lässt.

Steigern kann man diesen Effekt noch mit dem DriveSense genannten adaptiven Fahrwerk, das auch verschiedene Gaspedalkenn­linien und Abstufungen der Lenkkraftunterstützung aufruft. So lässt sich die betont komfortable Auslegung in Richtung Sport verschieben, was in den stärker motorisierten Varianten durchaus Sinn ergibt.

Die Benzinmotoren sind – Ehrensache bei den Schweden – mehrheitlich turbobeatmete Vierzylinder. Das Topmodell 2,8 T verfügt über einen V6 mit Aufladung und kommt ­serienmäßig mit einer 6-Gang-Automatik und variablem Allradantrieb (optional auch für den 2,0 T). Dieselseitig gibt
es zum Verkaufsstart einen ­befriedigenden 160-PS-Diesel, der immerhin gut weggedämmt wirkt, im Herbst wird eine zweistufig aufgeladene 190-PS-Variante dazukommen.

Im Innenraum zeigt sich der Schwede äußerst geräumig, der Platz auf der Rückbank ist beinahe verschwenderisch. Das wuchtig ausgeführte Cockpit liefert alle Schrullen, die man an Saab mag: grüne Armaturenbeleuchtung, im Night­panel-Modus wird alles außer dem Tacho ausgeblendet, die klassischen Lüftungsgitter. Der einblendbare Walzentacho ist von Flugzeuginstrumenten ­inspiriert, eine nette Remi­niszenz an Saabs Flugzeug­geschichte. Einzig das Zündschloss in der Mittelkonsole ist einem Startknopf gewichen. Schade.

Cover Autorevue 07/2010

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