Dass der neue 9-5 als Vermächtnis aus der GM-Zeit nun als Vorbote in diese neue Zeitrechnung gehoben wird, scheint daher auf den ersten Blick kurios. Denn unter der schicken Hülle verbergen sich fast ausschließlich technische Komponenten des Opel Insignia – was aber in diesem Fall gewiss keinen Fehler darstellt. Von den fünf Metern Außenlänge ist hinterm Lenkrad nämlich kaum etwas zu spüren, es ist wahrlich überraschend, wie leichtfüßig sich der 9-5 bewegen lässt.
Steigern kann man diesen Effekt noch mit dem DriveSense genannten adaptiven Fahrwerk, das auch verschiedene Gaspedalkennlinien und Abstufungen der Lenkkraftunterstützung aufruft. So lässt sich die betont komfortable Auslegung in Richtung Sport verschieben, was in den stärker motorisierten Varianten durchaus Sinn ergibt.
Die Benzinmotoren sind – Ehrensache bei den Schweden – mehrheitlich turbobeatmete Vierzylinder. Das Topmodell 2,8 T verfügt über einen V6 mit Aufladung und kommt serienmäßig mit einer 6-Gang-Automatik und variablem Allradantrieb (optional auch für den 2,0 T). Dieselseitig gibt
es zum Verkaufsstart einen befriedigenden 160-PS-Diesel, der immerhin gut weggedämmt wirkt, im Herbst wird eine zweistufig aufgeladene 190-PS-Variante dazukommen.
Im Innenraum zeigt sich der Schwede äußerst geräumig, der Platz auf der Rückbank ist beinahe verschwenderisch. Das wuchtig ausgeführte Cockpit liefert alle Schrullen, die man an Saab mag: grüne Armaturenbeleuchtung, im Nightpanel-Modus wird alles außer dem Tacho ausgeblendet, die klassischen Lüftungsgitter. Der einblendbare Walzentacho ist von Flugzeuginstrumenten inspiriert, eine nette Reminiszenz an Saabs Flugzeuggeschichte. Einzig das Zündschloss in der Mittelkonsole ist einem Startknopf gewichen. Schade.
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