Modellvorstellung Kia Venga

Hochtiefstapler
Ein B-Segment-MPV, extra für Europa entworfen: innen geräumig, außen maßvoll und gesegnet mit üppiger Ausstattung.

Autorevue 1/2010   Autor: Wolfgang Hofbauer   Fotografie: Andreas Riedmann

Shortcut

Was wir mögen

Wie Kia ein brauchbares Auto nach dem anderen auf den Markt wirft, in fast zorniger Bestrebung. Und dabei nahezu immer erkennt, worauf es im Wesentlichen ankommt.

Was uns überrascht

Der Venga hält alle Versprechen, die er gibt. Für Überraschungen fehlt das Budget. Immerhin: Es gibt auch keine negativen.

Was uns fehlt

Etwas mehr Motordämmung, vor allem im kleinen Diesel.

Die Konkurrenz

Nissan Note, Lancia Musa, Hyundai Matrix, Renault Modus, Peugeot 1007, Opel Meriva.

Daten

Kia Venga 5 Türen, 5 Plätze, Kofferraum 440–1253 l Länge 407 cm, ab 1298 kg Frontantrieb, 4-Zyl.-Motoren Alle: 8 Airbags, ESP, BAS, Klima, FB.
Venga 1,4 Cool: € 15.990,–
Venga 1,4 Motion: € 17.490,–
Venga 1,4 Active: € 18.490,–
Venga 1,4 Active Pro: € 19.490,–
4-Zyl.-16V-Motor 1356 ccm, 66 kW (90 PS), 137 Nm 168 km/h, 0–100 in 12,8 sec, CO2 136 g/km MVEG-Verbrauch: 6,8/5,3/5,9 (E)
Venga 1,6 Motion: € 18.490,–
Venga 1,6 Active: € 19.490,
Venga 1,6 Active Pro: € 20.490,–
4-Zyl.-16V-Motor 1591 ccm, 92 kW (125 PS), 156 Nm 182 km/h, 0–100 in 10,9 sec, CO2 144 g/km MVEG-Verbrauch: 7,4/5,5/6,2 (E)
Venga 1,4 CRDi Cool: € 16.990,–
Venga 1,4 CRDi Motion: € 18.490,–
Venga 1,4 CRDi Active: € 19.490,–
Venga 1,4 CRDi Active Pro: € 20.490,–
4-Zyl.-DI-Turbodiesel, Common Rail 1396 ccm, 55 kW (75 PS), 220 Nm 157 km/h, 0–100 in 17,4 sec, CO2 118 g/km MVEG-Verbrauch: 5,2/4,0/4,5 (D)
Venga 1,4 CRDi 90PS Cool: € 16.990,–
Venga 1,4 CRDi 90 Motion: € 18.490,–
Venga 1,4 CRDi 90 Active: € 19.490,–
Venga 1,4 CRDi 90 Act.Pro: € 20.490,–
4-Zyl.-DI-Turbodiesel, Common Rail 1396 ccm, 66 kW (90 PS), 220 Nm 167 km/h, 0–100 in 16,1 sec, CO2 118 g/km MVEG-Verbrauch: 5,2/4,0/4,5 (D)
Venga 1,6 CRDi Motion: € 19.990,–
Venga 1,6 CRDi Active: € 20.990,–
Venga 1,6 CRDi Active Pro: € 21.990,–
4-Zyl.-DI-Turbodiesel, Common Rail 1582 ccm, 85 kW (115 PS), 260 Nm 182 km/h, 0–100 in 11,1 sec, CO2 118 g/km MVEG-Verbrauch: 5,2/4,2/4,5 (D)
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Venga ist Spanisch, heißt so viel wie komm! oder los!, klingt aber wie die oberösterreichische Variante von wenig ein (mit Artikel zum Beispiel: a Venga Wurscht = ein wenig eine Wurst).
Wenig war noch vor ein paar Jahren ein zentraler Begriff für Kia: Weniger Auto für weniger Geld. Zum Beispiel der Rio: Der war so wenig, dass wir gar nicht wussten, wie reagieren.
Aber wie die Zeit vergeht. Kia baut jetzt Autos zielgruppengenau. Zunächst den c’eed und seine Ableger in Europa und für Europäer. Und jetzt den Venga, wieder für Europa. Der basiert auf der Studie
No. 3, wie man sie im März am Genfer Salon sehen konnte. Aus der Frontscheibe und dem Dach wurde allerdings der Pfeffer rausgenommen, sodass der Venga nun rundum zwar nicht gebacken, auf jeden Fall aber hart an der Grenze zum Konventionellen daherkommt.
Der Venga ist ein B-Segment-MPV, also Van in der Corsa-Polo-Clio-Liga. Von denen unterscheidet er sich in der Höhe und grundsätzlich in sonst eigentlich nichts.
Kia hat diesen kleinen Van aber mit gescheiter Konstruktion recht geräumig hingekriegt. Bei 4,07 Metern Gesamtlänge beträgt der Radstand 2,62 Meter, was gute Platzausbeute in der Länge ermöglicht. Dazu kommt die Wagenhöhe von 1,6 Meter, also ergibt sich insgesamt ein für diese Klasse beträchtliches Raumgefühl. Man kann würdevoll einsteigen, muss nicht den Kopf einziehen, kann als Fahrer langbeinig sein und dennoch ohne schlechtes Gewissen jemanden hinter sich sitzen haben. Rechts vorne und rechts hinten auch noch wen, und trotzdem werden 440 Liter Kofferraum übrig bleiben. Ein Audi A4 hat nur 40 Liter mehr und erlaubt keinen Zylinderhut am Kopf.
Zur Raumökonomie im Großen gehört auch jene im Kleinen: viele Ablagen, sinnvoll verteilt. Überhaupt ist zu erkennen, dass hier alles so praktisch wie möglich sein muss. Große Knöpfe, griffstabile Drehregler, ein Lenkrad, das angenehm in der Hand liegt – auf Detailpeinigungen, die sich über die Stunden summieren und schlechte Laune machen, wurde weitgehend verzichtet. Nur der Schaltknüppel ist etwas weit unten angebracht, und überhaupt ist die Schaltung nicht die leichtgängigste. Wir hatten es allerdings mit einem Vorserienauto zu tun, und wenn das in der Serie weg ist, umso besser.
Die Preisliste des Venga setzt bei 15.990 Euro ein. Das ist jetzt gar nicht mal so wenig, entsprechend satt daher auch die Grundausstattung mit ESP, Start-Stopp-Automatik, Bordcomputer, Klimaanlage und Berganfahrassistenten. Außerdem fünf Jahre Garantie auf das gesamte Auto und zehn Jahre gegen Durchrosten.
Der Venga ist also nicht so billig, aber auch nicht so teuer. Gespart wurde bei der Akustik, zu bemerken beim Türzumachen ebenso wie bei der Motordämmung. Der kleine Dieselmotor mit 75 PS dröhnt ab etwas mehr als Stadtgeschwindigkeit zunehmend ungeniert in den Innenraum hinein, Autobahnläufer und Fernstreckenbewältiger ist der Venga also nur bedingt. Mit dem 125-PS-Benziner am ehesten.
Alle vier Motoren – zwei Diesel, zwei Benziner – weisen am Papier moderate Verbräuche aus, die Diesel stehen bei viereinhalb Litern, aus denen im Alltag knapp über sechs werden. Wir fuhren allerdings ohne Start-Stopp-Automatik. Die ist erst in den ab Jänner verkauften Serienmodellen drin und dürfte den Verbrauch noch ein wenig drücken, zumindest bei denen, die selten aus der Stadt hinauskommen.

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