Modellvorstellung Audi A4

Herrschaftszeiten
Zarte Überarbeitung einer Erfolgsgeschichte mit Schwerpunkt auf innere Werte.

Autorevue 1/2012   Autor: Gerd Hofer   Fotos: Werk

Shortcut

Was wir mögen

Wie fürsorglich Audi den A4 immer wieder frisch aus der Taufe hebt, ­sozusagen. Die daher noch nie fad gewordene Perfektion auf ganzer Linie.

Was uns überrascht

Dass die Benzinmotoren in Zukunft erst bei 170 PS (1,8 TFSI) beginnen.

Was uns fehlt

Ja, was eigentlich?

Die Konkurrenz

Hauseigene Modelle (Q3, Q5) und natürlich: Mercedes C-Klasse, BMW 3er-Reihe. Dann schon wenig.

Klar ist Erfolg ein schwer einzugrenzender Begriff, dies gilt für alle Lebensbereiche, und letztlich hängt alles vom subjektiven Dafürhalten ab. Audi hat diesbezüglich Glück, denn im Falle des A4 mag es genügen, die bloßen Verkaufszahlen anzuführen, schon sieht man die innerdeutsche Konkurrenz ein wenig geknickt. Also: In Österreich schaffte es Audi im Jahr 2011 (Jänner bis Oktober), 4753 A4 zu verkaufen, während Mercedes 2703 Stück der C-Klasse und BMW 2379 Stück der 3er-Reihe unters Volk brachte. Ein mehr als beachtlicher Vorsprung, aber auch alltime und weltweit kann sich eine Zahl sehen lassen: 10.000.000 Stück, inklusive des Audi 80.

Aber nirgendwo ist die Konkurrenz härter als in der Premium-Mittelklasse, und weil hier der Mix aus Stückzahl und Rendite stimmt, geht es auch wirtschaftlich um die Wurst in dieser Klasse. Dementsprechend war es Zeit, den A4 für die zweite Hälfte des Modellzyklus zu rüsten. Immerhin muss der A4 noch drei Jahre gegen einen neuen Dreier-BMW bestehen (der nächste große Modellsprung erfolgt erst 2015), da ist es sicher kein Fehler, dass die Mittelklasse atmosphärisch und technisch einiges vom A6 mitnehmen darf.

Optisch bleiben die Änderungen eher zart und sind damit höchstens auf den zweiten Blick erkennbar: Die Motorhaube darf einen Tick mehr ­anschwellen, wir vermerken einen angeschrägten Singleframe-Grill, ein dynamisches Scheinwerferinnenleben, ­außerdem ragen die Audi-­Ringe jetzt dreidimensional ins wirkliche Leben etc.

Mit an Bord darf jetzt auch das komplette Elektronik-Orchester von diversen Assistenten bis zum W-LAN-Hotspot. Wesentlicher ist aber der technische Fortschritt, speziell bei den Motoren: Im großen Durchschnitt verbraucht die gesamte A4-Reihe jetzt um elf Prozent weniger Sprit, parallel dazu sank natürlich der CO2-Ausstoß – alles bei gesteigerter Leistung. Auch die nun elek­tromechanische Lenkung hilft hier mit, deren Widerstand sich per Tastendruck verstellen lässt.

Und sonst? Eine neue Fahrwerksabstimmung soll mehr dem Komfort zuarbeiten – weil das ­Leben ist derzeit echt hart genug.

Cover Autorevue 01/2012

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