Modellvorstellung Alfa Romeo MiTo 1,4 Multiair Turbojet

Freier atmen
Eine bemerkenswerte Revolution im Motorenbau feiert hier Premiere.

Autorevue 10/2009   Autor: Christoph Jordan   Fotos: Werk

Shortcut

Was wir mögen

Das Durchhaltevermögen der Inge­nieure, eine ältere Idee in die Praxis umzusetzen. Und das überzeugende Resultat.

Was uns überrascht

Dass man von diesem Technikfeuerwerk unter der Haube nichts mitbekommt. Dass sich der Motor definitiv nach mehr Hubraum anfühlt.

Was uns fehlt

War nicht irgendwann die Rede von einem bösen MiTo GTA?

Die Konkurrenz

Smarte Kleine mit Neigung zum sportlichen Auftreten. Wie zum ­Beispiel der Seat Ibiza, Ford Fiesta.

Daten

Alfa Romeo MiTo Multiair Turbojet: € 18.660,- 3 Türen, 4 Plätze, Kofferraum 270 l. Länge 406 cm, 1135 kg. 9 Airbags, ESP, BAS, Klima, FB. 4-Zyl.-Turbomotor, Start&Stop, Frontantrieb. 1368 ccm, 99 kW (135 PS), 206 Nm. 207 km/h, 0–100 in 8,4 sec, CO2 129 g/km. MVEG-Verbrauch: 7,4/4,5/5,6 (E).

Man kann den Italienern ja vieles vorwerfen, aber bestimmt nicht mangelnden Erfindergeist. Dass viele Innovationen anderen Marken zugeschrieben werden, lag in der Vergangenheit oft an der falschen Vermarktung oder auch an der Leichtfertigkeit, mit Patenten umzugehen – bei der neuesten Entwicklung sollen Fehler dieser Art jedenfalls nicht mehr passieren. Der erste Direkteinspritzer-Diesel im Pkw war beispielsweise ein Fiat Croma – und auch die Common-Rail-Technik kam erstmalig im Alfa 156 zum Einsatz – oder dachten Sie auch an andere Marken?

Multiair heißt die jüngste Errungenschaft von Fiat Powertrain – und dieser Name steht für ein völlig variables Einlasssystem, das – getreu dem sportlichen Credo der Marke – bei Alfa seine Premiere feiert. Kernstück ist
ein Solenoidventil zwischen Nockenwelle und Einlassventil, das eine vollkommen stufenlose Steuerung ermöglicht. Ist das Solenoid geschlossen, folgt das Ventil dem ausgeprägt scharfen Profil der Nockenwelle zur Gänze. Durch Steuerung der Öffnungszeit des Solenoidventils kann jedoch nicht nur die Öffnungszeit, sondern auch der Ventilhub variiert werden, sogar ein zweimaliges Öffnen während des Ansaugtakts ist möglich. Dadurch wird eine Drosselklappe, die für Verwirbelungsverluste sorgen würde, überflüssig.

Und wofür der Aufwand? Durch die Verwendung des scharfen Nockenprofils gibt es eine Leistungssteigerung von knapp zehn Prozent, durch die variable Steuerung der Einlassventile kann das Drehmoment bei geringen Drehzahlen um bis zu 15 Prozent gesteigert werden, nebenbei wird durch die verringerten Pumpverluste der Kraftstoffverbrauch – und somit auch die Emissionen – um zehn Prozent reduziert.

Das System wird in den nächsten Jahren sukzessive in alle Motorbaureihen des Konzerns einfließen, auch Dieselmotoren sind geplant. Im MiTo hingegen kommt der 1,4-Liter-Motor ab sofort in drei Ausbaustufen: Als Saugmotor mit 105 PS sowie zwei aufgeladene Varianten mit 135 und 170 PS, wobei letzterer ausschließlich als Quadrifoglio Verde erst ab Beginn des nächsten Jahres zu haben sein wird.

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