Gut zwei Dutzend Schiffscontainer hat man am Hamburger Hafen gestapelt und zu einer mehrstöckigen, hippen Eventlocation umgebaut. Gegenüber, an der Kaimauer einer Verladestelle, prangt ein mehrere hundert Quadratmeter großes Countryman-Werbeplakat. Am Abend spielen „The Bosshoss“. Cypselus von Frankenberg, der Sprecher von Mini, erklärt anlässlich der Vorstellung des Neuen bescheiden: „Es kommt nicht darauf an, was es kostet, sondern, ob es machbar ist.“ Crisis, what crisis?
Mini hat guten Grund zum Feiern. Gerade als man sich hierzulande zu fragen begann, ob Retro nicht schon wieder von gestern sei, beginnt in den USA der große Mini-Boom. Da braucht es einen Countryman. Der nimmt mit 4,1 Meter Länge gerade so die Hürde, um auf der anderen Seite des Atlantiks größentechnisch überhaupt als echter Viertürer wahrgenommen zu werden. Während wir überlegen, ob der Mini tatsächlich so ein Riesen-Weckerl werden musste. Ja musste er.
Der neue Ansatz (vier Türen, große Kofferraumklappe) wirkt erfrischend für die gesamte, angestaubte Mini-Idee und bietet einen hohen Wiedererkennungswert. Das Erbe des Klassikers hat man allerdings über Bord geworfen. Was nicht das Schlechteste ist, schließlich kann man es Liebhabern ohnehin nie recht machen.
Gott sei Dank, sonst hätte man wohl nie ein derart modernes Interieur bekommen. Zwar sind die Instrumente und die Lüftung immer noch nach dem Kindchenschema gestrickt (groß, rund), dafür wurde der Raum mit einer Schiene aufgepeppt, die sich von der Schaltung bis zu den Fondsitzen zieht und mit verschiedenen Gadgets bestückt werden kann. Brillenetui, iPod- oder Getränkehalter … und im Lauf der Zeit wird die Marketingabteilung sicherlich noch viele andere Dinge erfinden (Blumenvase? Duftspender? Fotorahmen?).
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