Modellvorstellung Bentley Continental GT

Die Wüste brennt
Natürlich werden auch diesseits der 200.000 Euro gute Autos gebaut.

Shortcut

Was wir mögen

Dieses ganze Luxusyacht-Privatjet- Appartement in Monaco-Ding. Ist doch besser als Öffi-Jahreskarte und Biotomaten, oder?

Was uns überrascht

Dass ein V8 geplant ist. Wer bitte braucht denn so was?

Was uns fehlt

Dass es keine Schaltpaddles gibt (es gibt nämlich welche). Und dass sie, wenn sie schon da sind, nicht am Lenkrad sind.

Die Konkurrenz

Aston Martin Rapide, Maserati Quattroporte Sport GTS.

Daten

Bentley Continental GT: 226.880,– Euro 2 Türen, 4 Plätze, Kofferraum 358 l Länge 481 cm, 2320 kg W12-Zylinder-Motor, Allrad 5998 ccm, 423 kW (575 PS), 700 Nm 318 km/h, 0–100 in 4,6 sec, CO2 384 g/km MVEG-Verbrauch: 25,4/11,4/16,5 (S)

Der anglophile Chef weiß, wo’s langgeht. Franz-Joseph Paefgen, in, wenn man es recht bedenkt, enormer charakterlicher Spreizung gleichzeitig CEO von Bentley und Bugatti, kennt den kürzesten Weg zum Meer, kann von den schönsten Ausblicken berichten und von der wirtschaftlichen Zukunft des Oman, und wo das beste Auto steht, weiß er sowieso: Vor der Tür des schönsten Hotels dieses aufstrebenden Noch-Öl­landes, dessen gepflegte Straßen ausgesucht wurden, auf dass der neue Bentley Continental GT erstmals öffentlich drüberrolle.

Seit 2003 gibt es den Con­tinental in stetig zunehmender Variantenbreite. An der Grundkonzeption änderte sich hin­gegen nichts: immer das Beste. Größe, Gewicht und Auslegung verstellten dem Continental auch in seinen schärfsten Prägungen den Weg zum reinen Supersportler, und ­gerade diese Verstiegenheit war auch nie notwendig, ­obwohl man sich in Crewe ­darum bemühte, aus der Lehrmeinung heraus, dass man
tun muss, was man glaubt tun zu können. Zuletzt den GT ­Supersports.

Der neue GT jetzt legt sich Mäßigung auf mit 575 PS (15 mehr als der Vorgänger), komfortabler Straßenlage und dem Maximum an Luxusfeatures. Außerdem sind die Schaltpaddles nicht am Lenkrad, sondern fix montiert, woraus folgt, dass man schlagzeilenträchtige Rundenzeiten sowieso vergessen kann.

Die Skulptur des Autos ist schlichtweg beklemmend schön. Im Grunde identisch mit dem Vorgänger, ist die ­Karosserie etwas breiter geworden, vor allem aber zieht sich diese scharfe Kante von den vorderen Radkästen nach hinten und mündet in die ­ausgeprägte Heckflanke, so was gleichzeitig Einfaches wie ­Wirkungsvolles sieht die Welt nicht oft, und selten gehen Wucht und Anmut so harmonisch ineinander auf.

Cover Autorevue 12/2010

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