Beim Losfahren wird schnell klar, dass der Supersports – Name hin, Name her – keinesfalls darauf aus ist, seine Kundschaft in irgendeiner Weise zu züchtigen. Feinarbeit an der Luftfederung, dem Ansprechverhalten des W12-Zylinders, verkürzte Schaltzeiten der Sechsgangautomatik und eine leicht nach hinten verlegte Antriebsverteilung (60:40 statt 50:50) machen zwar das Handling erlebbarer, ja, es geht sich sogar ein Hauch von Sportlichkeit aus, aber am Ende bleibt halt doch immer im Hinterkopf, dass hier gerade 2,4 Tonnen in Bewegung sind. Denn der Alltag ist die wahre Stärke des Continental, so bleibt es auch beim Supersports, der in der Baureihe quasi als Erlebnis-Verdichter auftritt. Auch sein Wesen liegt im Dahinschlurfen mit schlummernder Antriebsmacht, die nur auf den Weckruf vom Gasfuß wartet.
Dementsprechend sind auch der Leistungszuwachs (630 PS und 800 Nm) und die serienmäßigen Karbonbremsen (die leistungsfähigsten weltweit, sagt der Techniker) zu verstehen: braucht man eher im Country-Club und beim Put-Plauscherl als im wirklichen Leben.
Serienmäßig lässt sich der Supersports übrigens mit dem Bio-Sprit E85 fahren, was dem brasilianischen Zuckerbaron was bringen mag und einige Bentley-Manager etwas ruhiger schlafen lässt. Viel wichtiger ist jedoch, dass nun ein optionaler Steckdosenanschluss erhältlich ist. Damit wird allerdings nicht ein Hybridantrieb geladen, sondern schlicht die Batterie. Es hat sich nämlich herausgestellt, dass eine Vielzahl der Bentleys offenbar so selten bewegt wird, dass sie im Fall des Falles stromlos dastehen. Was für eine Schande.
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