Modellvorstellung Toyota Yaris

Der lächelnd dahinsaust
Der Yaris kommt mit einem ganzen Bündel Innovationen. Aber reicht das?

Autorevue 10/2011   Autor: Gerd Hofer   Fotos: Werk

Shortcut

Was wir mögen

Dass man für Toyota immer noch zuverlässige Assoziationen hegen darf. Nämlich wir, die wir uns ganz jung erfuhren in Mutters Starlets, die nie einen Tropfen Öl sahen.

Was uns überrascht

Dass auch heutige Toyotas nicht einen Tropfen Öl begehren.

Was uns fehlt

Selbstbewusstsein, performed by ­Toyota (schaut nach bei Mazda).

Die Konkurrenz

Alles, was vier Räder hat und beim Stichwort KLEINWAGEN aufzeigt.

Daten

Toyota Yaris 3/5 Türen, 5 Plätze, Länge 389 cm, Kofferraum 286 Liter, 3/4-Zylinder-Motoren, Frontantrieb.
Yaris 1,0 Start: € 11.892,- 998 ccm, 51 kW (69 PS), 93 Nm, 155 km/h, 0-100 in 15,3 sec, 110 g CO2 pro km, MVEG-Verbrauch ges. 4,8 (E)
Yaris 1,3 Start: € 15.132,- 1329 ccm, 73 kW (99 PS), 125 Nm, 175 km/h, 0-100 in 11,7 sec, 123 g CO2 pro km, MVEG-Verbrauch ges. 5,4 (E)
Yaris 1,4 D-4D Life: € 16.987,- 1364 ccm, 66 kW (90 PS), 205 Nm, 175 km/h, 0-100 in 10,8 sec, 104 g CO2 pro km, MVEG-Verbrauch ges. 3,9 (D)
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Toyota hatte in der jüngsten Zeit zwei schwere Schläge zu verkraften, das Prius-­Desaster in den USA und die Produk­tionserlahmung infolge Fukushima. Letzteres war sowieso höherer Gewalt zuzuschreiben, und im ersten Fall ist Toyota nach langer Prüfung offiziell für unschuldig erklärt worden – den Imageschaden freilich gab’s geschenkt. Aber wie man von den Japanern weiß, erlauben die sich nicht, extralang allzu geknickt zu sein, sondern tanken aus Rückschlägen ­frische Kraft.

Gut so, denn Kraft und Mut sind auch verlangt, wenn man heute im so genannten B-Segment ernsthaft mitmischen will. Lassen wir den Vorturner der Klasse, VW Polo, einmal außen vor (der ja preislich nach oben ausreißt), dann ­setzen vor allem die Koreaner die Maßstäbe, etwa der Kia Rio. Schon alleine dessen sieben Jahre Garantie zeugen von herzhaftem Selbstvertrauen – bei Toyota sind es aber immerhin auch fünf Jahre.

Als der Yaris 1999 debütierte, war’s ein beklatschter Auftritt, eine erfrischende Bereicherung im oft zähen Designbrei des B-Segments. Die zweite Generation geriet dann ein bissl zum emotionalen Durchhänger, und somit war es klar angezeigt, mit Yaris III eilig wieder aus dem eigenen Schatten und ans Licht zu treten. Immerhin handelt es sich um einen Millionenseller für Toyota.

Bei gleicher Breite länger und niedriger als der Vorläufer, fädelt sich der Yaris nun wieder deutlich dynamischer ins Straßenbild. Auch hat er das Pausbäckige verloren: zwanzig Kilo konnten eingespart werden. Dazu feiert man den ­Klassensieg, was den Wendekreis angeht: der beträgt 9,4 Meter – freilich nur mit den 14-Zöllern, die dann außerstädtisch auf Dauer kein Bringer sind.

Gesamthaft ist die Agilität stimmig, und zwar durchaus schon im 1,0-Liter-Benziner, ­sofern man nicht mehr verlangt, als binnenstädtisch von A nach B zu gelangen. Ein ­wesentlich durchzugskräftigerer 1,33-Liter-Benziner und ein saftiger 1,4-Liter-Diesel ­erweitern das Angebot.

Für das Innenraum-Design hat man wieder zu senkrechten Linien zurückgefunden, das macht einfach schlanker, und auch die Instrumenten­anzeige ist aus der Mitte hinters Lenkrad zurückgerutscht: Der Yaris arbeitet nun doch wieder dem ­Fahrer zu.

Weitere Innovationen: ­Neben einer Start-Stopp-Automatik (optional für den 1,33er) hat Toyota dem Yaris ein Multimedia-Terminal verschrieben, welches ziemlich alle modernen Anforderungen schafft: Einparkkamera, Bluetooth, ein Touch&Go-Navi inkl. Google-Local-Search-Funktion sowie unzählige Apps zum Down­loaden, darunter das Facebook-App, dank welchem, so Toyota, Yaris-Fahrer Kontakt mit 180 Mio. Nutzern in Europa halten – damit sich niemand mehr alleine fühlt auf allen Wegen. 

Cover Autorevue 10/2011

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