Modellvorstellung Smart Fortwo electric drive

Beating at the Lights
Der Smart fortwo electric drive in seiner zweiten Generation fährt bereits in Europa.

Shortcut

Was wir mögen

Das Autodromhafte beim Fahren, das jetzt auch für die Fahrgeräusche gilt, die vor allem aus Surren bestehen.

Was uns überrascht

Das positive Interesse des Publikums – auch aus fetten, stolzen SUVs heraus erkundigte man sich nach dem Termin der Markteinführung.

Was uns fehlt

Die Möglichkeit, das Auto aufzuladen, mit Ausnahme der öffentlichen Stromtanke, was aber ein bissl umständlich ist, da man ja von dort zu Fuß heimgehen muss, will man nicht acht Stunden daneben warten.

Die Konkurrenz

Auto, Fahrrad, Straßenbahn, Bus.

Daten

Smart fortwo electric drive Preis hängt vom Markt ab. In Deutschland 700 Euro Leasinggebühr im Monat, in den USA 599 USD (nach vier Jahren bleiben 2500 USD Restwert). Viele ­Staaten gewähren allerdings großzügige Förderungen für E-Autos.
Motor, Leistung, Fahrwerte Elektromotor mit Lithium-Ionen-Batterie. Leistung 20 kW (27 PS). Peakleistung für max. 2 min 30 kW (41 PS). Maximales Drehmoment 120 Nm. Spitze 100 km/h, 0– 60 km/h in 6,5 sec. Reichweite 135 km bzw. 4 bis 5 Std. Stadtbetrieb. Aufladen 3,5 Stunden für 20 bis 80 % Aufladung. 8 Stunden für volle Ladung (220-Volt-Steckdose oder öffentl. Ladestation). Eckdaten L/B/H 2695/1559/1542 mm, Kofferraum 220 l.
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Wir fuhren also den neuen Smart fortwo electric drive durch Brooklyn, und dort hat es Schlaglöcher, dass das ganze Auto darin verschwinden könnte. Über dessen Federungskomfort lässt sich auf diese Weise wenig herausfinden. Vermutlich könnte er besser sein. Das war aber eh nicht das Thema.
Das Thema war: Nach London, wo seit 2007 (alte Batte­riengeneration), und Berlin, wo seit Ende 2009 Elektrosmarts in großen Feldversuchen ­herumfahren, sind 2010 weitere europäische Städte sowie New York und andere US-Kommunen dran. Smart will herausfinden, wie die elektrische Mobilität funktionieren könnte.

Die Feldversuche sehen so aus: Die Smarts werden an ausgesuchte Personen und ­Unternehmen verleast, die pro Auto eher hoch anmutende Leasingraten bezahlen, dafür aber von Maut- und Parkgebühren und Kfz-Steuern befreit sind. Regelmäßig erstatten die Probanden Bericht und ­erzählen von tollen Ampelstarts („you can beat anything at the lights“) und spannenden Aufladeerlebnissen.

Dieses Aufladen ist nach wie vor das triviale Hauptproblem: Einen Elektrosmart vollzuladen dauert acht Stunden, dann kommt er an die 135 Kilometer weit. Hat man eine Garage, kann das über Nacht an der eigenen Steckdose erledigt werden. Arbeitet man bei ­einem Unternehmen mit Aufladestation, geht es tagsüber. Zwei ideale Konstellationen.

Alle anderen müssen zu ­einer der wenigen öffentlichen Aufladestationen. Für die USA, wo ab Herbst 250 Smarts durch New York, Portland/OR, San José, Indianapolis und andere Städte surren werden, ist ein Schlüssel von 1 smart : zwei ­Ladestationen vorgesehen. Da niemand stundenlang neben dem Auto stehen will, wird man dieses wohl anstecken und dann zu Fuß nach Hause gehen müssen. Man sieht also, wo es im Alltag zwicken wird.

Bei den Testfahrten fielen diese Beschwerlichkeiten freilich weg. Übrig blieb der Eindruck völlig unkomplizierter Technik und, da vollgeladen, absolut ausreichender Bewegungsfreiheit. Ab 2012 kann man den Smart electric drive auch ­kaufen. Von 30.000 Euro ist derzeit die Rede. Ein Preis, der durch diverse Förderungen noch abzufedern sein wird.

Cover Autorevue 07/2010

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