Auch wenn Renault schon lange und intensiv versucht, sein Publikum auf das Elektroauto einzuschwören, so kommt es nun doch irgendwie überraschend: Ab Jänner gibt’s die viertürige Limousine Fluence auch elektrisch, im Februar folgt dann der Kangoo. Die Autos sind beileibe keine Magerversionen ihrer Benzinbrüder, abgesehen davon, dass beim Kangoo außer dem Fahrerairbag alle weiteren Airbags wie auch eine Klimaanlage extra gekauft werden müssen.

Wir können von einem vollwertigen Fahrerlebnis berichten, sogar mit dem Vorteil weitgehender motorischer Geräuschfreiheit. Und trotzdem, obwohl es ganz leise zugeht, dringt kein Knacksen, Knirschen oder Scheppern an unsere Ohren. Besser noch als im Fluence harmoniert der Elektroantrieb charakterlich mit dem Kangoo. Ob als Transporter in verblechter Version oder als fünfsitziger Familienvan mit langem Radstand: Du strömst dahin zwischen Wohnung, Büro, Werkstatt, Supermarkt, Kindergarten und Postamt und kommst dir vor wie in einer Doppelmayr-Liftkabine, nur dass der Bewegungsfreiraum hier unendlich ist, vorausgesetzt, man will nicht viel mehr als hundert Kilometer auf einmal zurücklegen. Wer die Schuhe auszieht und die Spiegel anklappt und mit seinem moderaten Fahrstil ein bissl die anderen Autofahrer nervt, soll sogar 170 Kilometer schaffen (Reichweite nach Fahrzyklus-Norm).
Interessant auch, wie Renault das Problem mit den teuren Batterien gelöst hat. Sie sind im Preis nicht enthalten und werden extra vermietet (ab € 86,40 pro Monat). Auch das Funktionsrisiko trägt im Wesentlichen Renault, indem die Batterie getauscht wird, sobald sie 75 Prozent ihrer Leistungsfähigkeit unterschreitet.

Renault Fluence Z.E.
Elektro, die Zweite: hier als flotte Limousine. Die senkrecht hinter den Rücksitzen angeordneten Batterien sind ein Zugeständnis an die Möglichkeit des „Ladens“ durch Batteriewechsel wie im Better-Place-Projekt. Dadurch keine Durchlademöglichkeit im Kofferraum.