Fahrbericht BMW 520d

Wieder was gespart
BMW zeigt, dass ein Einstiegsmodell nichts mit Verzicht zu tun haben muss.

Shortcut

Was wir mögen

Das Unprätentiöse des Luxus. Das Auto für Lottogewinner mit Stil (und leitende Angestellte).

Was uns überrascht

Lange gesucht, nichts gefunden (was uns nicht überrascht hat).Na wer wohl?

Was uns fehlt

Individualismus. Dass alle BMWs einer Größenordnung innen identisch sind, ist mehr als bedenklich.

Die Konkurrenz

Na wer wohl? Und dann vielleicht noch der GT aus dem eigenen Haus. Citroën C6, Jaguar XF, Volvo S80 u. a.: lauter Schattengegner.

Daten

BMW 5er-Reihe 4 Türen, 5 Plätze, Kofferraum 520 l, Länge 490 cm, R4-Zylinder.Turbodiesel, Heckantrieb
BMW 520d: € 46.517,- 1995 ccm, 135 kW (184 PS), 380 Nm, 225 km/h, 0-100 in 8,1 sec, 137 g CO2 pro km, MVEG-Verbrauch ges. 5,2 l (D), Testverbrauch 7,8 l.
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Hier beginnt die Fünfer-Reihe: 44.100 Euro muss man in die Hand nehmen, um hineinzukommen. Weil aber BMW – ein wenig altmodisch – Autos mit Handschaltung als Serienversionen anbietet, müssen weitere 2.417 Euro für die formidable 8-Gang-Automatik ausgelegt werden, um einen richtigen Fünfer zu kriegen. In dieser Klasse sollten manuelle Getriebe eigentlich gar nicht mehr angeboten werden.

Der 520d ist ein klassisches Flottenauto, somit nach Stückzahlen einer der wichtigsten Fünfer überhaupt: Die Konzentration aufs Ökonomische ist daher auch systemimmanent und zentral.

Sparen beginnt in der Welt der ziemlich gehobenen Mittelklasse bei 184 PS, 8,1 Sekunden von Null auf Hundert und 225 km/h Spitze. Damit kann man eine selbstbestimmte Existenz führen. Ein Hauch von Elastizitätsschwäche bei Drehzahlen unter 2000 wird durch souveräne Performance weiter oben und vor allem durch höchst kultiviertes ­Geräuschverhalten in jeder ­Lebenslage ausgeglichen. Keine Spur von zu kleinem Motor, zwei Liter Hubraum in dieser Klasse dürfen fortan als perfekte Konfektionsgröße gelten (bis die Downsizingleute den nächsten Coup landen).

Ökonomisch heißt vor ­allem: sparsam unterwegs sein. BMW trompetet einen kombinierten Wert von 4,9 Litern
für die Variante mit Schalt­getriebe, nennt aber als Obergrenze eh auch 10,4 Liter. Mit der Automatik wurden am Prüfstand 5,2 Liter herausgefahren. Wir erhoben 7,8 Liter, ohne wesentlich die Gesetze zu brechen. Passt schon.
Von außen sehen die Leute nicht, dass man den billigsten Fünfer fährt (Weglassen des Schriftzuges ist gratis). Und innen ist auch der billigste Fünfer ein vollwertiger solcher: Mit dem einzigen echten Nachteil der Beifahrer-Ein­engung durch das in den ­Fahrgastraum hineingebogene ­Armaturenbrett. Ansonsten aber geprägt durch voll gesättigte BMW-Haftigkeit, vom ­akkuraten Handling bis zur sensationellen Haptik auch des geringsten Drehradls. Überraschend weiche Sitze – solchen Mut zur Benutzerfreundlichkeit findet man nicht überall.

Der Preissprung zum nächsten Diesel-Fünfer (525d, 20 PS mehr) beträgt rund 5.000 Euro. Das Geld in ein paar schicke Extras zu stecken dürfte keine schlechte Alternative sein, Ledersitze und ein gutes Navi etwa heben das Einstiegsmodell schon sehr weit über sich selbst hinaus und in den Luxus hinein.

Cover Autorevue 10/2010

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