Fahrbericht Renault Mégane CC TCe 130 Dynamique

Wie man sich bettet, so fährt man
Ganz dem gelassenen Amusement verschrieben, das jetzt Chillen heißt.

Shortcut

Was wir mögen

Nix gegen die Deutschen. Aber wenn endlich wieder einmal ein undeutsch-komfortables Auto gebaut wird, freut uns das schon sehr.

Was uns überrascht

Wie oberklassig sich ein 28.000-Euro-Auto anfühlen kann.

Was uns fehlt

Flächendeckende Versorgung mit ­Automatikgetrieben. Für unseren TCe 130 gibt’s zur Zeit gar keines. Dabei tät es so gut passen. Und eine blickdichte Dach-Rouleau wär auch nicht schlecht.

Die Konkurrenz

Peugeot 308 CC, Opel Astra TwinTop, Ford Focus CC, Volvo C70, BMW 1er Cabrio.

Daten

Renault Mégane CC 130 TCe: € 28.680,– 3 Türen, 5 Plätze, Koffer. ab 211–417 l Länge 449 cm, 1500 kg, Frontantrieb 6 Airbags, ESP, Klima, BAS, FB 4-Zyl.-16V-Turbomotor 1397 ccm, 96 kW (130 PS), 190 Nm 200 km/h, 0–100 in 10,7 sec, CO2 169 g/km MVEG-Verbrauch: 10,0/5,8/7,3 (E) AR-Testverbrauch: 7,7 L

Wir fuhren den Benziner mit 130 PS, der in der Leistungs­spirale der Méganes eher ­unten siedelt. Rauf geht’s bis 180 PS. Was da aber von diesem lediglich 1,4 Liter kleinen Turbomotor serviert wird, macht ohne weiteres Freude. Sehr leise, sehr smooth, sehr kultiviert. Kein Kraftmeier, klar, aber mehr als ausreichend für die verfolgten Zwecke. Und vor allem gut ins Gesamt­konzept eingepasst, das sehr viel mit Smoothness zu tun hat, nennen wir es vielleicht auch: Weichheit. Kupplungspedal und Lenkung setzen kaum ­Widerstände, das Schalten geht nicht klick! (wie etwa beim MX-5), sondern schlürf, und dann das Fahrwerk – klassisch französisch, nix für Hetzer, volle Erfüllung aber für Genussspechte. Das setzt sich fort bis in die feinen Ledersitze (1.400 Euro), die man wollen sollte, will man das absolute Optimum aus dem Auto holen.

Renault signalisiert mit dem Mégane CC: Wir haben genau verstanden, wie das sein muss, wenn man an lauem Sommerabend die windungsreiche Birnbaumallee entlangstromert. Es soll easygoing sein. Kein kerniges Getue von übermotivierten Dämpfern und gewolltem Motorsounddesign.

Was noch? Platz für zwei ist gut, der Windschutzscheibenrahmen weit genug von den Köpfen entfernt. Hinten ist ­wenig Platz, bei geschlossenem Dach auch nach oben hin, bei offenem zieht’s. Für vorne helfen geschlossene Scheiben und die kleine Trennscheibe ganz hinten, bei höherem Tempo auch das Windschott, das händisch montiert werden kann, aber nur, wenn hinten niemand sitzt. Muss aber nicht sein: Offen auf der Autobahn macht sowieso keinen Sinn.

Das Dach stellt beim ­Öffnen keine Rekorde auf. 21 Sekunden können lang sein: Wenn man zum Beispiel in der Stadt am Gehsteigrand steht, das Dach in aller Ruhe seine Spreizungen durchexerziert und die Zahl der Zuschauer wächst und wächst. Immerhin, das Publikum ist stets wohlwollend.

Cover Autorevue 07/2010