Wir fuhren den Benziner mit 130 PS, der in der Leistungsspirale der Méganes eher unten siedelt. Rauf geht’s bis 180 PS. Was da aber von diesem lediglich 1,4 Liter kleinen Turbomotor serviert wird, macht ohne weiteres Freude. Sehr leise, sehr smooth, sehr kultiviert. Kein Kraftmeier, klar, aber mehr als ausreichend für die verfolgten Zwecke. Und vor allem gut ins Gesamtkonzept eingepasst, das sehr viel mit Smoothness zu tun hat, nennen wir es vielleicht auch: Weichheit. Kupplungspedal und Lenkung setzen kaum Widerstände, das Schalten geht nicht klick! (wie etwa beim MX-5), sondern schlürf, und dann das Fahrwerk – klassisch französisch, nix für Hetzer, volle Erfüllung aber für Genussspechte. Das setzt sich fort bis in die feinen Ledersitze (1.400 Euro), die man wollen sollte, will man das absolute Optimum aus dem Auto holen.
Renault signalisiert mit dem Mégane CC: Wir haben genau verstanden, wie das sein muss, wenn man an lauem Sommerabend die windungsreiche Birnbaumallee entlangstromert. Es soll easygoing sein. Kein kerniges Getue von übermotivierten Dämpfern und gewolltem Motorsounddesign.
Was noch? Platz für zwei ist gut, der Windschutzscheibenrahmen weit genug von den Köpfen entfernt. Hinten ist wenig Platz, bei geschlossenem Dach auch nach oben hin, bei offenem zieht’s. Für vorne helfen geschlossene Scheiben und die kleine Trennscheibe ganz hinten, bei höherem Tempo auch das Windschott, das händisch montiert werden kann, aber nur, wenn hinten niemand sitzt. Muss aber nicht sein: Offen auf der Autobahn macht sowieso keinen Sinn.
Das Dach stellt beim Öffnen keine Rekorde auf. 21 Sekunden können lang sein: Wenn man zum Beispiel in der Stadt am Gehsteigrand steht, das Dach in aller Ruhe seine Spreizungen durchexerziert und die Zahl der Zuschauer wächst und wächst. Immerhin, das Publikum ist stets wohlwollend.
Seiten: 1 2