Fahrbericht Jeep Compass Sport 2,2 CRD 2WD

Verschieden ist anders
Ganz neu wurde der kleinste Jeep gemacht, außen wie innen stark aufgewertet.

Shortcut

Was wir mögen

Die fesche Grand-Cherokee-Front und dass der Compass jetzt insgesamt nicht mehr patschert aussieht.

Was uns überrascht

Die hinteren, schlecht zu greifenden Türschnallen (okay, hatte der Vorgänger zuletzt auch. Das macht sie aber nicht besser.)

Was uns fehlt

Automatik fehlt arg. Sechsgang- Handschaltung ist voll kompostig.

Die Konkurrenz

Hyundai ix35, BMW X1, Honda CR-V, Kia Sportage, Mitsubishi ASX, Nissan Qashqai, Toyota RAV4, Ssangyong Korando, VW Tiguan.

Daten

Jeep Compass Sport 2,2 CRD 2WD: € 29.327,- 4 Türen, 5 Plätze, Länge 445 cm, Kofferraum 458-1269 l. 4-Zylinder-Turbodiesel, 6-Gang-Getriebe, Frontantrieb. 2,2-LIter, 100 kW (136 PS), 320 Nm, 201 km/h, 0-100 in 10,9 sec, 161 g CO2 pro km, MVEG-Verbrauch 7,4/5,4/6,1 (D), Testverbrauch 7,2 l.

Was die erste Generation des Jeep Compass im Innenraum so uncharmant gemacht hat, nämlich alles, wurde neu ­designt. So finden wir vom Fahrersitz aus ein komplett neues Auto in zeitgemäß-­frischem Outfit vor.

Nach wie vor dominieren preisgünstige Materialien, aber das ist in dieser Preis­klasse ­nicht ganz unüblich. Ein VW Tiguan, um 2.000 Euro teurer, fühlt sich freilich auch etwas teurer an. Trotzdem ist alles gut montiert und eingepasst, es wird auch hier zunehmend auf Qualität geachtet. Man sitzt in gesunder Haltung, ergreift alles ohne Verrenkung und findet vor, was man zum Wohlfühlen braucht. Vor allem eine Unzahl an Ablagen in unterschiedlichen Formen und Tiefen, Hut ab!

Jeep Compass 2,2 CRD Sport 2WD

Die Karosserie blieb im Prinzip gleich, Motorhaube, vordere Kotflügel und insbesondere der Kühlergrill sind aber neu und reichen aus,
um dem Auto eine schwungvollere Erscheinung zu verpassen, gleichzeitig wirkt es gestandener und insgesamt also vorteilhafter. Der Grill imitiert den Grand Cherokee. Das macht was her.

Wir fuhren das Einsteigermodell. Darin werkt der 2,2-Liter-Diesel, der von Mercedes stammt, zuvor war es
der Pumpe-Düse-Diesel von VW. So gesehen kann der Fortschritt gar nicht anders als ­epochal sein, auch wenn der neue Motor immer noch ein wenig auf der rauen Seite ist.

Er wurde für den Einstieg in das Jeepfahren von 163 PS auf steuerverträglichere 136 PS gedrosselt, das Drehmoment blieb gleich. Durch die eher kurz übersetzte, manuelle Sechsgangschaltung fühlen wir uns ein bissl an frühere Zeiten erinnert, als Autofahren noch Arbeit war. Automatik gibt’s leider nur für den Benziner (4-Zylinder, 170 PS).

Jeep Compass 2,2 CRD Sport 2WD

Sonst ist alles ohne Tadel. Das Fahrverhalten gut durchschaubar, nicht teigig und dennoch komfortabel. Feine Übersicht gibt es über den Verkehr bzw. genau in die anderen Kompakt-SUVs hinein, die ja immer mehr werden. Dabei fällt dann auf, dass die auch nicht viel anders sind. Unser Straßenbild ent­wickelt sich nämlich zur Kompakt-SUV-Suppe, und der Compass schwimmt darin brav umher, ohne weiter aufzufallen. Außer von vorne, denn so einen kompromisslos souveränen Kühlergrill hat sonst keiner.

Hier übrigens ein paar Bilder aus dem Jeep-Archiv. Die militärische Herkunft ist den Amerikanern nicht peinlich. Was historisch begründet werden kann.

Cover Autorevue 12/2011