Fahrbericht Renault Grand Scénic dCi 130 Bose Edition

Steter Tropfen
Wenig Saft im Auspuff, anständig Saft am Gaspedal, mächtig Saft im Radio.

Shortcut

Was wir mögen

Das weitgehend kritikfreie System Scénic.

Was uns überrascht

Wie immer mehr Hersteller den Spagat zwischen Fahrspaß und Sparspaß schaffen.

Was uns fehlt

Wir haben schon so lange nichts mehr von unserem Tankwart gehört...

Die Konkurrenz

Zafira Tourer Ecoflex (etwas größer), Grand C-Max (sehr schiebetürig), Touran BlueMotion (gut, aber *schnarch*) et. al.

Daten

Renault Grand Scénic dCi 130 Bose Edition: € 29.960,- 5 Türen, 7 Plätze, Länge 456 cm, Kofferraum 208/564/2050 Liter. 4-Zylinder-Turbodiesel, 6-Gang-Getriebe, Frontantrieb. 1598 ccm, 96 kW (130 PS), 320 Nm, 195 km/h, 0-100 in 11,1 sec, 115 g CO2 pro km, MVEG-Verbrauch 5,1/4,0/4,4 (D). Testverbrauch 5,8 Liter.

Zuweilen haftet ausgewiesenen Spritsparmodellen ein schaler Beigeschmack an: Die Kraftstoffersparnis will zumeist über lange Getriebeüber­setzungen oder sonstige Fahrfreude-Bremsen ­erkauft werden. Umso angenehmer überrascht wird man im Renault Grand ­Scénic, in dem die neue „Energy“-Motoren­generation debütiert, die auf maximale Effizienz getrimmt ist. Sofern man den Motor nicht unter 1700 Umdrehungen ins ­Turboloch fallen lässt, ­bewegt er den ausgewachsenen Grand Scénic ausgesprochen hurtig und benimmt sich akustisch wie auch an der Tankstelle geradezu nobel zurückhaltend. Unterm Strich kamen wir trotz hohem Autobahn- und Stadtanteil auf 5,8 Liter im Schnitt, was in Anbetracht der Größe des Grand Scénic ein ­feines Resultat darstellt. Immerhin gilt es einen 1534 Kilo schweren Siebensitzer zu beschleunigen.

Zu den sieben Sitzen nur so viel: Da die mittlere Reihe durch Verschieben der Sitze ihren Fußraum an die letzte Reihe spendet, sind verhandlungsbereite Passagiere gefragt. Wer es also ernst meint mit der Beförderung von sechs Personen, wird wohl besser zum ewigen Espace greifen. Dennoch, zur Ehrenrettung: Auf kürzeren Strecken lässt es sich durchaus aushalten. Wer die ­Option ohnehin nicht in Erwägung zieht, greift zum 720 Euro billigeren Fünfsitzer – 2050 Liter maximalen Kofferraum gibt es in jedem Fall, auch die Beifahrerlehne ist umklappbar, wenn ­langes Stückgut transportiert werden muss.

Als „Bose Edition“ wird aus dem Scénic ein richtiger Fein­wagen, der unter anderem mit Keyless-Go-System, Licht-und Regensensor, Klimaautomatik, Stoff-Leder-Sitzen und einer mächtigen Audio-Anlage (die ebenfalls besonders energie­effizient arbeiten soll) den täglichen Umgang versüßt.

Cover Autorevue 10/2011

Dein Kommentar

Du musst Dich einloggen um kommentieren zu können.