Bei Seat heißen die aerodynamikpolierten, rollwiderstandreduzierten, an der Ampel verstummenden Modelle „Ecomotive“, und damit ist jeweils die Versammlung des vollen Sparvermögens betitelt, denn den 1,6-TDI-Leon gäbe es beispielsweise auch nur mit Start-Stopp-Automatik, was sich mit ein paar hundert Euro weniger beim Kaufpreis bemerkbar macht.
Für 23.540 Euro bekommt man im vorliegenden Fall theoretisch ein Auto, das auf 100 km nur 3,8 Liter Sprit konsumiert (als Gewissensgegenwert: das sind 99 Gramm CO2/km). Theoretisch deshalb, weil der Verbrauchswert im echten Leben natürlich anders ausschaut. Leute, die ihr Auto eher tragen als fahren, werden gelegentlich auch Werte um die 4,5 Liter erzielen, bei vermehrter Kurzstrecken-Nutzung und unter widrigen emotionalen wie zeittechnischen Umständen bringt man es allerdings auf mehr. In unserem Fall waren es knapp über fünf Liter, und wir haben uns tatsächlich engelsgleich benommen.
Außer dem an der Kreuzung erlöschenden Motor und der längeren Übersetzung des Fünfgang-Getriebes spürt man nur wenig von der asketischen Grundhaltung des Leon (an den verschlossenen Kühlerkiemen ist sie auch abzulesen). Wer sich anleiten lassen will, folgt den kleinen Pfeilen an der Instrumententafel, die ansagen, wann man schalten sollte, um ein gutes Ergebnis zu erzielen. Akustisch orientierte Menschen müssen da umlernen.
Der Leon an sich ist ein properes, modernes, Golf-großes Auto. Drinnen ist er schön aufgeräumt und mit optisch wie haptisch angenehmen Materialien ausgeschlagen. Sein Äußeres ist mit der neuen Generation so schmuck geworden wie noch nie.