Fahrbericht Dacia Duster 110 dCi 4x4 Laureate
Was auf den ersten Blick strikt sachlich aussieht, erschließt durch allerlei Lichtkanten dann doch eine dritte Dimension.
Innen gibt’s beim Laureate braune Dekorelemente zur Auflockerung.
Nissan/Renault-Qualität demokratisiert.
Mehr Raum für weniger Geld.
Er flutscht Modeströmungen durch die Finger.
Dekorelemente gegen das Geefühl des Preises.
Bitte recht freundlich.
Der Duster verzichtet auf grimmige Mimik, danke.
Ohne Heckdiffusor geht heute nichts.
Macht und macht nix
Wie ein blühendes Segment auch nach unten wachsen und bodenständige Wurzeln schlagen kann.
Shortcut
Was wir mögen
Die ungekünstelte, robuste Gefälligkeit. Die Schlüssigkeit des Konzepts: Ehrliches Auto zum ehrlichen Preis.
Was uns überrascht
Dass man einen Dacia gar nicht mehr erklären muss. Er macht das mittlerweile ganz von selbst, auch in bislang nicht bedienten Segmenten.
Was uns fehlt
ESP bei allen Dusters. Wer an Detaillösungen herumnörgelt, der möge aus- und eine Preisklasse höher wieder einsteigen.
Die Konkurrenz
Beim Preis niemand, nicht einmal der Skoda Yeti. Im Auftritt alle kompakten SUVs, also viele.
Daten
Dacia Duster 110 dCi 4x4 Lau.: € 18.190,–
5 Türen, 5 Plätze, Kofferraum 443–1604 l
432 cm, ab 1294 kg, zuschaltb. Allradantrieb.
4 Airbags, Klima.
4-Zyl.-16V-Motoren
1461 ccm, 81 kW (110 PS), 240 Nm
168 km/h, 0–100 in 12,5 sec, CO2 145 g/km
MVEG-Verbrauch: 6,5/5,3/5,6 (E)
AR-Testverbrauch: 6,7 L
Unser 110-PS-dCi ist der Topmotor, zu dem er vom 87-PS-dCi und dem 105-PS-Benziner gemacht wird – und vom Fahreindruck auch: Nagelt zwar ein wenig, macht den Duster aber behände und lässt sich dabei vom kurz übersetzten Sechsganggetriebe helfen. In der Stadt ist man gerne auch im fünften Gang unterwegs, auf der Autobahn dreht er dafür etwas höher: Den legalen Bereich verlässt man erst bei 3.000 U/min.
Wer auf den Allradantrieb verzichtet, spart rund zwei Tausender. Wer ihn vermissen würde, bestellt ihn dazu und kann künftig per Drehschalter zwischen 2WD, sich selbst aktivierendem 4WD oder permanentem Allradantrieb wählen und damit im Gelände auch ein bisserl was anstellen. Auf der Straße ist die Choreografie der Achsen genauso unauffällig wie der Federungskomfort, der auf Geländewagen-Härten verzichtet. Überhaupt ist der Duster erstaunlich reisetauglich, was auch vom Platz im Fond herrührt. Wer für diese Rücksitze zu groß ist, wird so leicht auch in kein anderes Auto passen, das man sich privat kaufen würde.
Cover Autorevue 07/2010