Fahrbericht Mazda6 SportCombi CD163 GTA

Licht ins Licht
So mehrheitsfähig, dass das Facelift nicht einmal groß auffallen muss, um als völlig stimmiges Paket wahrgenommen zu werden.

Shortcut

Was wir mögen

Diese Stimmigkeit aus allen Blick­winkeln, die der Mazda 6 serviert, ohne sich selbst ständig dafür zu ­loben.

Was uns überrascht

Wie wenig Wünsche ein Auto offenlassen kann. Und wie tief in der Geschichte das Turboloch bereits vergraben liegt, auch bei starken Motoren.

Was uns fehlt

Jemand, der für uns die Laderaum­abdeckung demontiert, wenn sie ­einmal daheim bleiben soll.

Die Konkurrenz

Alle Mittelklasse-Kombis, voran der übermächtige VW Passat. Aber auch Citroën C5, Ford Mondeo, Honda ­Accord, Opel Insignia, Peugeot 407 …

Daten

Mazda6 SportCombi CD163 GTA: € 35.390,– 5 Türen, 5 Plätze, Kofferraum 519–1751 l
Länge 477 cm, 1575 kg
Frontantrieb, 4-Zyl.-16V-Motoren
8 Airbags, Klima, FB, ESP, BAS
Xenon, Teilleder
2184 ccm, 120 kW (163 PS), 360 Nm
211 km/h, 0–100 in 9,2 sec, CO2 143 g/km
MVEG-Verbrauch: 6,9/4,5/5,4 (D)

Das Facelift kommt ebenso schnell wie dezent: Seit 2007 ist der aktuelle Mazda 6 auf der Straße, jetzt biegt er erfrischt ums Eck, und man sieht ihm so schnell nix davon an. Aber ums Ansehen geht’s auch gar nicht, sondern ums harmonische Gesamtpaket, und tatsächlich: Wieder ein Stückerl mehr wirkt der Mazda 6, als wäre er immer schon dage­wesen. Und zwar genauso wie jetzt: gutes Design, dezent sportlich mit perfekten Proportionen, aber dennoch dem Ladevolumen (max. 1751 Liter) verpflichtet; hochwertig innen – und jetzt noch ein bisserl höherwertig dank Chrom- und Klavierlack-Applikationen und neuer Sitzbezüge.

SportCombi heißt der Kombi bei Mazda, aber man darf sich ruhig auf die zweite Hälfte der Bezeichnung eingrooven und den ersten Teil in den Ordner mit den Marketingbezeichnungen legen – auch wenn der mittelstarke Dieselmotor unseres Testautos montiert ist. Kurze Einordnung: Der 2,2-l-Common-Rail-Diesel ist zu 129, 163 oder 180 PS erhältlich, unsere 163-PS-Version verbraucht jetzt einen Hauch weniger (5,4 statt 5,6 l/100 km in den technischen Daten), seine wahre Stärke aber liegt in der molligen Charakteristik: Völlig ohne Turboloch strömt das Aggregat an, zieht ohne Federlesens die 1575 kg Mazda nach, bleibt kultiviert und leise. Auch das Sechsganggetriebe geht mühelos zur Hand, die Gänge sind gut abgestimmt und damit perfekter Teil eines rundum durchdachten Autos: Die Laderaumabdeckung, beispielsweise, ist ziemlich einzigartig, so oder so.

So, weil sie sich beim Öffnen der Heckklappe perfekt mit dieser nach oben bewegt, und nach dem Schließen liegt sie wieder in Ausgangsposition. Im Gegenzug gibt’s kaum eine fummeligere Abdeckung, will man sie demontieren. Nach wie vor fein sind die Rücksitzlehnen: Man zieht einen Hebel im Kofferraum oder drückt den Knopf an der Lehnenoberkante, dann legt sich die Sitzlehne per Federspannung flach. Beim Aufstellen muss man dafür auch die Feder spannen, aber da hat man meistens beide Hände frei.

Wir fuhren die Topausstattung GTA, die darüber hinaus Teilleder-Sitze, Zweizonen-Klimaautomatik, Einparkhilfe vorne wie hinten, CD-Wechsler, Sitzheizung vorne und das schlüssellose Zutritts- und Startsystem mitbringt und 35.390 Euro in Rechnung stellt. Von außen sind übrigens seit dem Facelift die Scheinwerfer dezent und kaum merklich verändert. Damit schaut auch der ungeliftete Mazda 6 nicht alt aus, danke.

Cover Autorevue 06/2010