Der DS4 erinnert uns ein wenig an den gastronomischen Themenkomplex „Lounge“. Keiner weiß genau, wofür das ist, aber jetzt ist es eben da, und wer auf sich hält, macht mit (unbequeme Plastikrattansessel, penetrante Chill-Musik etc.). Der DS4 ist nun ebenfalls eine wesentlich stilistische Ansage. Denn weder bietet er mehr Platz als ein vergleichsweise konventionelles Konzept, noch die eigentlich versprochene erhöhte Sitzposition, noch überhaupt eine positiv veränderte Befindlichkeit.
Bemerkenswert jedoch ist die ganzheitliche Ausstattungsphilosophie, bei der einem zwar nichts geschenkt wird, dafür aber erstens eine für die Kompaktklasse große Üppigkeit erreicht werden kann (Spurassistent, Lederausstattung) und zweitens überdurchschnittliche Individualisierung.
So kann man Warntöne nach persönlichem Geschmack auswählen (derzeit aus vier verschiedenen – polyphon!) und die Beleuchtung der Kombiinstrumente unterschiedlich colorieren. Man ahnt, wohin das führen kann, nämlich zu einer Analogie zum aus dem Internet runterzuladenden Handyklingelton, hofft aber gleichzeitig, dass es nicht dahin führt, wir sind alle schon überfordert genug (zumindest, seit wir erwachsen sind).
Mit dem serienmäßigen „Optik-Paket 3“ (Seitenschutzleisten in Perla-Nera-Schwarz, Chrom-Applikationen), den optionalen 19-Zöllern und den rot-schwarzen Ledersitzen (Name: Claudia/Club) steht der DS4, sagen wir einmal so: wenig zurückhaltend da. Es gibt ihn auch dezenter und damit kompatibler für das kleine Establishment. So aber, in der sportlichen Aufmache, harmoniert er doch immerhin mit Motor und Fahrwerk. Der Motor, 160-PS-HDi, ist dermaßen undieselig in Geräusch und Gefühl, dass wir zuerst meinten, man hätte uns das falsche Testauto mitgegeben. Das ist große Performance im Kleinen. Sehr elastisch, spritzig, auch bei hohem Tempo voller Kultiviertheit. Dazu kommen überdurchschnittlich bissige Bremsen und ein recht knackiges, recht resches Fahrwerk, das auf so manchem Belag etwas zu viel bzw. zu wenig des Guten tut. Die Deutschen sagen stößig dazu. Es ermöglicht aber immerhin sehr spaßige Ausfahrten, wenn man zum Beispiel den kurvenreichen Annaberg oder Ähnliches ums Eck hat.
Zu viel des Guten tun auch Lenkung und Kupplungspedal. Erstere wohl sehr direkt und gut in der Rückmeldung, aber doch auch zu schwergängig, was zumindest in der Stadt kein Spaß ist. Dasselbe gilt für das Kupplungspedal. Sportlich Auto fahren heißt nicht, sich einen Krampf im linken Bein zu holen.
Und dann gehen die Scheiben in den hinteren Türen nicht auf. Das glauben Sie uns jetzt natürlich nicht. Also gehen Sie bitte zum Citroën-Händler und schauen Sie nach!