Kurzer Abriss der Modellgeschichte: Die erste Auflage des Yaris ersetzte 1999 betont fröhlich den Starlet, der festgefahren war in der eigenen Langeweile; die zweite Generation 2005 wirkte erwachsener, hatte aber ein wenig des ursprünglichen Witzes beim Wachsen abgegeben; die neue Generation will dynamischer und jugendlicher fortführen, was die Vorgänger angerissen haben: Während der erste Yaris Bugs Bunny ähnlich sah (was wir hier als Lob anmerken wollen), sieht der aktuelle aus wie Toyotas hochmoderner Beitrag zum Segment der sehr erwachsenen Kleinwagen, was er ja punktgenau ist.

Besonders platzmäßig. Vorne wurde eindeutig an mitteleuropäischer Statur Maß genommen, da zwickt nichts, es bleibt sogar ein souveränes Platzgefühl rundum, das Richtung Kompaktklasse weist. Hinten wird’s nur dann enger, wenn man dem statistischen Mittel aller Fondpassagiere entwachsen ist, und der Kofferraum liegt mit 270 bis 1085 l gut in jener Klasse, die traditionell am VW Polo gemessen und auch gut von Korea (Hyundai i20, Kia Rio, Chevrolet Aveo) beschickt wird. Der Eindruck hoher Reife wird auch vom Fahrwerk bedient: Der Komfort ist so gut, wie in dieser Klasse möglich, die Straßenlage wird vom Motor keinesfalls herausgefordert.

Wir fuhren den Yaris 1,33 dVVT-i Active, also mit dem größeren von zwei Benzinern und der Topausstattung, die von außen an allerlei mitlackierten Details (Spiegel, Türgriffe), Chromleiste am Kühlergrill und Heckklappe erkennbar ist. Und von innen an Lederlenkrad, Drehzahlmesser, vielen kleinen Goodies und an der Rückfahrkamera, die den Abstandswarner ersetzt. Fürs korrekte Ansprechen des jungen Zielpublikums ist Touch & Go zuständig, worunter sich das nicht ganz so junge Zielpublikum eine innige Verbindung von Auto und Handy vorstellen darf, die übers Telefonieren und Musikhören vom Telefon (das kennt man auch von anderen Autos) hinausgeht, nämlich bis zum Internetzugang übers Handy, das darüber auch mit dem Yaris kommuniziert. Zum Beispiel: Finden eines Zieles per Suchmaschine, dann lotst das Navi ans Ziel.
Man kann freilich einfach so wegfahren, wird sich aber überlegen, wie weit. Denn das ge- und nun erwachsene Ambiente des Yaris hat den Motor ein bisserl abgehängt, was in der Stadt nicht auffällt: Da dreht er tapfer hoch, bleibt agil und freudig – ein dem Alltag angemessenes Aggregat. Überland aber werden die immerhin 99 PS vom kleinen Hubraum und dem Gewicht des Yaris überrollt, da können auch die sechs Gänge nur mildernd eingreifen: Wer das Autobahnlimit auskosten will, wird häufig zurückschalten und auf Steigungen strikt den rechten Fahrstreifen bewohnen. Trotzdem bleibt der Verbrauch maßvoll, wir hatten im Schnitt 6,5 l/100 km nachzutanken. Wer öfters überland reist, wird sich den Yaris lieber nicht mit dem noch schwächeren 1,0-l-Benziner vorstellen, sondern das mollige Drehmoment des 1,4-l-Dieselmotors wählen.
Apropos Yaris: