Fahrbericht Mazda 6 SportCombi CD 140 TE plus

Höhlenforscher
Ein Kombi für alle, die eigentlich keinen wollen: Schaut was gleich, und knickt trotzdem nicht bei der Ikea-Übung ein.

Autorevue 05/2008   Autor: Christoph Jordan   Fotografie: Andreas Riedmann

Shortcut

Was wir mögen

Die tolle Solidität, die der Mazda 6 vermittelt. Das wird halten, auch über die Garantie hinaus.

Was uns überrascht

Dass uns bei jedem Start das Radio „Zoom-Zoom-Zoom“ vorsingt.

Was uns fehlt

Die Jahreskilometerleistung, um uns für den Diesel zu entscheiden. Mehr Farbe im Innenraum. So fad, wie es die Farbauswahl vorgibt, ist der Sportcombi definitiv nicht.

Die Konkurrenz

Ist momentan sehr gut aufgestellt. Ganz neu: Renault Laguna, Ford ­Mondeo. Vectra, Passat. Muss sich auch vor Premiums nicht verstecken.

Daten

Mazda 6 SportCombi 140 5 Türen, 5 Plätze, Kofferraum 519–1751 l, Länge 477 cm, ab 1545 kg, 8 Airbags, Klima, FB, ESP, BAS, Xenon. 4-Zyl.-16V-CR-Turbodiesel, Frontantrieb, 1998 ccm, 103 kW (140 PS), 330 Nm, 198 km/h, 0–100 in 10,9 sec, CO2 151 g/km, MVEG-Verbrauch: 6,8/5,0/5,7 (D), Test: 7,8

Der Neuauflage des Mazda 6 Sportcombi wird der  Start nicht leicht gemacht. Im Moment ist die Mittelklasse bei den Kombis nämlich überdurchschnittlich gut aufgestellt: Der Ford Mondeo hat den VW Passat nicht nur in Sachen Fahrdynamik vom Thron gestoßen, der Renault Laguna kann mit flüsterleisen, kräftigen Dieselaggregaten für sich aufzeigen, dann scharren noch der Audi A4 Avant und der Honda Accord Tourer in den Startlöchern (siehe Seite 20 und Seite 32). Keine leichte Aufgabe also, ein spezielles Talent kann in diesem hochkompetitiven Umfeld nur hilfreich sein.

Und genau das hat der Mazda 6 zu bieten: Die Linienführung wirkt kompakt und elegant, ja es geht sich sogar ein leicht sportlicher Touch aus – und trotzdem will das Einladen am Ikea-Parkplatz schier kein Ende nehmen. 1751 Liter Lademax sind nämlich eine ziemliche Ansage, damit spielt der Mazda in dieser Kategorie eindeutig in der ersten Liga. Aber auch bei den Details hat man sich einiges einfallen lassen: Die geteilte Rückbank fällt nach dem Entriegeln selbstständig um, dabei tauchen die Sitzflächen unterhalb der Lehnen ab, was eine brettelebene Ladefläche ergibt – ganz ohne Kopfstützen-Geschistel. Schlau gelöst ist auch die Laderaumabdeckung. Ein Teil hebt sich beim Öffnen des Deckels entlang der D-Säule, der Rest ist mit Hilfe eines Rollos am Kofferraumdeckel eingeclipst. Im Gegensatz zu BMW (wo man erst im Rückspiegel die hochgeklappte Abdeckung bemerkt) wird der Kofferraum beim Schließen von selbst sichtgeschützt.

Die sonstigen Talente decken sich mit der Limousine: Der neue 6er zeigt spürbar mehr Substanz als der Vorgänger, der stellenweise doch etwas dünnhäutig wirkte. Das Fahrwerk ist frei von Tadel, Feedback und Präzision der elektrischen Lenkung sind bemerkenswert, auch der Komfort passt. Der 140-PS-Diesels zieht tapfer, zeigt dabei aber ein leicht brummiges Wesen – wobei man hier immer noch einigen Abstand zum Knuspern eines Pumpedüse-Diesels feststellen kann.

Dein Kommentar

Du musst Dich einloggen um kommentieren zu können.