Fahrbericht Hyundai i10 1,1 CRDi Comfort

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Tüchtiger Kleinwagen aus Korea beendet auch in diesem Segment die frostige Geiz-ist-Geil-Ära.

Autorevue 05/2008   Autor: Rudolf Skarics   Fotografie: Andreas Riedmann

Shortcut

Was wir mögen

Unkapriziöses, unauffälliges und doch vollwertiges Auto für die schmale Brieftasche.

Was uns überrascht

Wie schnell die Koreaner es geschafft haben, doch ganz nette Autos von ansprechender Qualität zu bauen.

Was uns fehlt

Vier Scheibenbremsen sind Serie, ESP gibt’s als Extra. Servolenkung ist auch dabei. Da fällt uns nix mehr ein.

Die Konkurrenz

Beinhart und vielfältig. Von Chevrolet Matiz bis VW Fox.

Daten

i10 1,1 CRDi Cool: € 12.490,– 5 Türen, 4 Plätze, Kofferraum 225–910 l Länge 357 cm, 1127 kg, 2 AB. Cool: + Klima, FB. Comfort: 4 AB. Aufpreis Cool: + € 1.500,–, Aufpreis Comfort: + weitere € 1.000,–, 3-Zyl.-DI-Turbodiesel, Common Rail, Frontantrieb, 1120 ccm, 55 kW (75 PS), 153 Nm, 165 km/h, 0–100 in 15,5 sec, CO2 114 g/km, MVEG-Verbrauch: 5,3/3,8/4,3 (D), Test: 5,8

Was wir auch an größeren Modellen schon feststellen konnten: Die Zeiten, da man koreanische Autos ausschließlich in der Geiz-ist-Geil-Schublade ablegen konnte, sind vorbei. Mit dem i10 bringt Hyundai jetzt einen ganz netten Kleinwagen, der sogar schon so etwas Änliches wie Charme versprüht, jedenfalls im Innenraum. Hier ist Mut zur Gestaltung erkennbar, aber man hat es auch nicht übertrieben. Die Kunststoffe wirken vertrauenerweckend, die Verarbeitung ebenso. Man versucht offenbar durchaus, den Slogan „Qualität zum besten Preis“ mit Sinn zu füllen. Das Einzige, wo man die Kurve noch nicht ganz gekriegt hat, ist der blecherne Klang der Türen.

Den Einstiegspreis von 9000 Euro bringt die Konkurrenz allerdings auch zusammen (Citroën C1, Fiat Panda, Kia Picanto, Renault Twingo etc.). Außerdem: Wenn man wirklich ein vollwertiges Auto will, schnellt der Preis gleich um 4000 Euro nach oben. Wie zum Beispiel unser getestetes Modell, der Diesel in der Top-Ausstattung Comfort.

Der Dreizylinder-Dieselmotor wirft sich beim Kaltstart kernig ins Zeug, erreicht aber dank Common-Rail-Einspritzung sehr bald eine beachtliche Laufruhe, besser als etwa der Pumpe-Düse-Dreizylinder im VW Fox. Das ganze Auto fühlt sich sehr agil an, vorausgesetzt, man achtet auf den passenden Gang. Im Sinne eines geringen Verbrauchs wurde die Gesamtübersetzung ziemlich lang gewählt. Im zweiten Gang mit Schritttempo tut sich nicht viel beim Gasgeben. Dieses Phänomen betrifft aber im Grunde alle jungen Sparmeister.

Die technische Grundlinie passt, auch seitens des Fahrwerks. Das Sicherheitsgefühl ist okay, die Federung recht komfortabel, und gegen Aufpreis gibt es auch noch ESP. Das Raumgefühl ist erstaunlich. Man fühlt sich hier keineswegs in eine Dose gequetscht, wir sitzen ja nicht in einem Sportwagen. Die Vollausstattung hat natürlich schon einen erheblichen Anteil am guten Eindruck.

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