Ein Wort zur Lenkung: Vorder- und Lenkachse stammen, von kleineren Weiterentwicklungen abgesehen, aus dem Vorgängermodell und sind voneinander entkoppelt. Die Einflüsse des Frontantriebs auf die Lenkung werden damit minimiert. Überhaupt steuert sich der RS souverän. Auf einen oft pubertär wirkenden, überdimensionierten Heckspoiler hat man verzichtet, setzt stattdessen auf einen Diffusor, der den Luftstrom unter dem Wagenboden kanalisiert, so Unterdruck entstehen lässt und die Fahrzeugstabilität erhöht. Einziger Wermutstropfen ist die Schaltung. Die Wege könnten kürzer sein, überhaupt sollte es etwas knackiger von der Hand gehen.
Auch die Knopfverteilung ist nicht ganz schlüssig. Das ESP wird oberhalb des linken Knies auf Sport getrimmt (drücken) oder ganz ausgeschaltet (länger drücken), und der Tempomat wird nicht am Lenkrad aktiviert, sondern per Knopf in der Nähe der Handbremse. Das war es aber auch schon an echter Kritik. Die Rundumsicht ist zwar konzeptbedingt nicht die beste, deswegen aber noch lange nicht schlecht. Der Zugang nach hinten geht nach dem Wegklappen der Sportsitze (ein Hebelgriff) bequem, was auch für das Sitzenbleiben
gilt. Die Haptik ist kritikfrei. Plastik ja, aber von der besseren Sorte und makellos verschraubt. Alles o.k. soweit.
Tipp für Verspielte: für 250 Euro Aufpreis gibt es den R.S.-Monitor. Er erlaubt es, die Kennfelder für das Gaspedal zu verschieben, und zeigt Dinge an wie die abgerufene Motorleistung oder die Drosselklappenstellung. Stoppuhr obligat. Let the games begin. Vom Vorgänger Mégane RS hat Renault innerhalb von fünf Jahren (2004 bis 2009) 200 Stück in Österreich abgesetzt. Dem Straßenbild, der Laune im Allgemeinen und nicht zuletzt Renault würden ein paar mehr sehr gut tun.
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