Urarge, schwarze Felgen samt roten Bremssätteln (Cup-Paket für 2.500 Euro Aufpreis). Selten hat man so geschaut vor dem Einsteigen. Wurde auch Zeit, der Kompaktklasse, bildlich gesprochen, mal einen Irokesenschnitt zu verpassen. Aufspice-Potenzial ist also da. Es gibt natürlich auch einen technischen Hintergrund, sonst würde es keinen Sinn ergeben. Die vordere Spurweite wurde um 48 Millimeter verbreitert, um den Mégane RS (steht für Renault Sport) satt auf der Straße liegen zu lassen. Das funktioniert.
Die rote Brembo-Bremsanlage beißt vorne in innenbelüftete Bremsscheiben mit 340 Millimeter Durchmesser (hinten 290 Millimeter, aber nicht innenbelüftet). Der Renault bremst, als würde man ausschließlich den linken Fuß dafür verwenden. Ein Gefühl von Sicherheit kommt auf. Zumal besagtes Cup-Paket neben einem härteren Fahrwerk auch ein mechanisches Sperrdifferenzial mitbringt. Dreht das kurveninnere Rad durch, werden bis zu 35 Prozent der überschüssigen Kraft umgeleitet.
Keinen technischen Hintergrund, dafür einen erhöhten Coolness-Faktor gibt es für das Exterieur und die kompromisslose Farbwahl. Außen donnern die angesprochenen 18-Zöller, der große Lufteinlass und das Endrohr den Mégane auf, innen zieht sich das peppige Gelb durch das gesamte Fahrzeug. In die Polsterung sind gelbe Fäden eingewirkt, der Drehzahlmesser ist gelb hinterlegt, die Gurte sind gelb. Alles sehr erfrischend.
Ein Lump, wer dieses Auto jetzt zur Biene Maja verniedlichen wollte. Die Sportsitze nageln einen gnadenlos und ohne jede Seitenneigung hinter das Lenkrad – die Neigungsgruppe „Jungredakteure“ verkraftete dennoch recht lange Autobahnetappen durch Deutschland. Mehr oder weniger klaglos.
Hier sollte man den Mégane RS nicht überfordern. Bis Tempo 150, also in Wahrheit bis zur absoluten, maximalen Obergrenze in Österreich (wenn grad keiner schaut), bläst der Renault gnadenlos zum großen Halali. Sogar aus dem Drehzahlkeller. Da ist er nicht wählerisch. Erst einmal bei Tempo 150 angekommen, gibt er sich im Vergleich zum vorangegangenen Beschleunigungswahnsinn recht schaumgebremst. Dies freilich auf hohem Niveau. Die angegebene Höchstgeschwindigkeit von 245 km/h erarbeitet sich der RS auch gegen Wind und Steigungen.
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