Fahrbericht Renault Trafic 2,0 dCi Black Edition

Eier, Wolle, Milch
Ein Kasten von einem Kasten, dabei aber erstaunlich bequem.

Shortcut

Was wir mögen

Dass wir uns nie mehr überlegen müssen, wer oder was daheimbleiben muss.

Was uns überrascht

Dass er sich fährt wie ein Pkw, bei dem man hoch sitzt: Da erinnert wenig an einen Lieferwagen, wiewohl die Dimensionen doch deutlich über Kleinwagen-Niveau liegen.

Was uns fehlt

Wenn tatsächlich der Platz knapp werden sollte: Es gibt auch eine Langversion, allerdings weniger auf Pkw gebürstet.

Die Konkurrenz

Freilich der VW-Bus, natürlich auch Ford Transit oder Fiat Scudo/Citroën Jumpy/Peugeot Expert. Und die mit dem Renault baugleichen Opel Movano und Nissan Primastar.

Daten

Renault Trafic 2,0 dCi Black Edition: € 35.580,- 4 Türen, 8 Plätze, Länge 478 cm, Kofferraum 673-5024 l. 4-Zylinder-Turbodiesel, 6-Gang-Getriebe, Frontantrieb. 1995 ccm, 84 kW (114 PS), 300 Nm, 160 km/h, 0-100 in 15,0 sec, 205 g CO2 pro km, MVEG-Vebrauch 9,0/7,2/7,8 (D), Testverbrauch 8,4 l.

Dass der Bodenteppich im Laderaum unseres Testautos nach 15.000 km schon etwas zerzaust aussieht, mag am Material liegen oder am eifrigen Zusammenkehren eines Testers davor, womit wir schon tief drin sind im Wesen des Renault Trafic: Riesiger Freiraum will auch beladen werden, zum Beispiel mit acht Passagieren und immer noch 673 Liter Kofferraum dahinter. Oder man lässt die Dreier-Sitzbänke der Reihen zwei und drei nacheinander daheim, wofür allerdings geschraubt und weggeschleppt werden muss – einzig hier liegen die Lieferwagen-Wurzeln offen. Zudem lassen sich die Sitze nicht umklappen, aber bei ­einem dienstbaren Hohlraum von 5024 Litern muss ohnedies nicht in winzigen Happen gedacht werden. Der Laderaum entspricht ­übrigens zwei Renault Espace.

Renault Trafic Interieur

Der Trafic Black Edition ist die maximale Annäherung eines Lieferwagen-Konzepts an den Pkw, was an Velours-Sitzen (nur zwei Einzelsitze statt Dreierbank vorne, dafür bleibt ein Durchgang dazwischen), Teppichen, Lederlenkrad, getönten Scheiben hinten und der allgemeinen Leichtgängigkeit des Trafic liegt: Lenkung, Schaltung (6 Gänge!), Bremsen gehen geschmeidig zur Hand, die Übersichtlichkeit ist ohnedies unschlagbar (wie man schon beim EinSTEIGEN ahnt). Der Motor, hier ein 2,0-l-dCi mit 114 PS (auch Diesel zu 90 oder 150 PS sind zu haben) und 300 Nm, der gut bemessen wirkt, also die immerhin fast zwei Tonnen Trafic sauber und ohne Lücken hochstemmt und bis 160 km/h beschleunigt. Wer keine sportlichen Ambitionen ausleben mag, wird sich nie untermotorisiert fühlen, lediglich beim Ausschöpfen der vollen Zuladung von 957 kg könnte es so weit sein. Wer gerne die volle Anhängelast von 2000 kg nutzt, möge den 150-PS-dCi wählen.

Cover Autorevue 10/2011

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