Eins muss aber doch gleich gesagt sein: Ein kleines Auto bleibt ein kleines Auto, und wenn man noch so viel Oberklassenzeugs hineinstopft. Und eines mit nur zwei Türen macht die Nutzung der hinteren Plätze zu einer deprimierenden Sache. Easy Entry ist nur Krisenmanagement. Der A1 wird auch als fünftüriger Sportback erscheinen, und das wird dann das ganz Richtige sein.
Fast ist es jetzt schon ganz richtig. Der A1 in seiner gegenwärtigen Verfasstheit zeigt, wie man dem Menschen Lust auf Kleinwagen machen kann. Wer den A1 hat, hat sich für ihn entschieden aus sinnreicher Überlegung heraus und sicher nicht, weil er – plötzlich arbeitslos geworden – den A4 oder A6 weggeben musste. Der A1-Fahrer beweist vielmehr ein Gespür für die zur Neige gehenden (gegangenen?) Platzressourcen in unseren Kommunen, weil um das Geld eines A1 könnte er sich auch wesentlich mehr Quadratmeter gutes Auto leisten, einen nur wenig gefahrenen Fünfer-BMW zum Beispiel.
Was der A1 besonders gut kann und was sich aus dem vorhin Gesagten logisch ergeben muss: Er lässt den Menschen einsteigen und sich gut und souverän fühlen, lässt auch tägliche Vorfreude zu aufs wertige Produkt. Deswegen kauft man, wenn man denn kann, bei Manufaktum ein, und deswegen wird man zum A1 greifen. Kommt das erste Kind, gibt man ihn weg (siehe weiter oben, Thema hintere Sitzreihe).
Diese positive Definition des Kleinwagens wurde von Smart, Mini, Fiat mehr oder weniger jüngst vorweggenommen, von Audi nun aber über das Lifestylige hinaus auch in das Hochqualitative hineingebracht.
Was die Praktikabilität betrifft, also das ganz banale Ding, wurde im A1 das Maximale geleistet: Ein paar brauchbare Ablagen und Becherhalter unterstützen das Sachen-Management, mehr hätten nicht Platz. Die Easy-Entry-Funktion der Vordersitze funktioniert gut. Der Kofferraum hat doppelten Boden, wobei der obere dazu da ist, den Laderaum ans Ladekantenniveau anzupassen, ein Trick, der den Kofferraum gewiss nicht größer macht. Die Sitze könnten besser nicht sein, vielleicht ein wenig weicher für den, der’s mag.
Was uns zum Fahrwerk bringt. Auch dieses ist von hoher Klasse, und naturgemäß funktioniert der komplette Spagat nicht ganz, kann nicht funktionieren: Knackigkeit und Präzision bezahlt man damit, dass es einen auf den überwiegend verkommenen österreichischen Autobahnen gerne etwas durchrüttelt.
Mit der Fünfgangschaltung lässt sich zwar erstklassig arbeiten, zum Premiumanspruch des A1 passt die Siebengang-S-Tronic natürlich besser. Die ist aber nur für den 1,4 TFSI erhältlich, wir hoffen auf Abhilfe. Es ist nämlich der 105-PS-TDI sowohl von der Performance her als auch überraschenderweise in seiner Akustik eine feine Sache. Sehr glatt im Sound, auch beim Kaltstart kein Bröseln.
A1-Fahren ist ab 16.500 Euro möglich. Unser Testwagen kostet mit Extras knapp das Doppelte, denn es versteht sich, dass sie einem die A8-Features nicht gratis nachschmeißen: Bose-Sound und Klimaautomatik und Regensensor und Navigation mit ausfahrbarem Premiumdisplay und die ganze Einknopf-Kommandozentrale (MMI). Auch muss erwähnt sein, dass zum Beispiel der elektrische Außenspiegel oder die einfache Klimaanlage in jeder Version aufpreispflichtig sind, woraus wir lernen, dass sich die Geschichte stets wiederholt. So hat es ja auch in der Ober- und dann in der Mittelklasse angefangen.