Die Kleinwagen haben mittlerweile allesamt einen Reifegrad erreicht, bei dem einem wirklich nichts abgeht, auch der Ibiza macht da keine Ausnahme. Selbst eine Strecke wie Wien–Hamburg ist durchaus vorstellbar, und man wird ankommen wie ein Mensch. Was aber auch nicht verwunderlich ist, wenn man bedenkt, wie sehr Autos von Generation zu Generation wachsen. Das Einzige, was eventuell knapp werden könnte, ist der Kofferraum – es ist in der Tat merkwürdig, wie wenige Kleinwagen als Kombi angeboten werden.
Abhilfe bietet Seat nun mit dem Ibiza als ST, vermutlich die vifste Karosserievariante der Modellfamilie. Mit 430 Liter Ladevolumen befindet man sich mitten in der Kompaktwagenliga, bei komplett umgelegter Rückbank gehen sich gar 1164 Liter aus, dazu kommen eine Zuladung von 515 Kilogramm und eine große Ladeluke, damit man auch Sperrgut vernünftig ins Auto bringt. So viel zur Pragmatik, die beim Kombi wohl an erster Stelle steht.
Fürs Herz hingegen spricht das Design, außen wie innen. Dem Ibiza mit seiner markanten Linienführung ein Kombiheck aufzusetzen, war für das Designteam keine leichte Aufgabe. Die Operation darf als gelungen betrachtet werden: Das Heck (+18 cm zum Fünftürer) wirkt aus jedem Blickwinkel bestens integriert.
Ebenso für die Freude zuständig: Das gut aufgestellte Fahrwerk, ausreichend komfortabel und auch durch übermäßigen Sportsgeist nicht aus der Ruhe zu bringen. Einziger Kritikpunkt: ESP wird ausschließlich als Extra (460 Euro) geführt. Motorseitig geht der Ibiza ST in sechs Ausführungen an den Start.
Den Einstieg markiert ein Dreizylinder-Benziner mit 70 PS, die Mitte ein Vierzylinder mit 85 PS, die stärkste Variante, der 1,2 TSI mit 105 PS, folgt im Herbst. Letzterer hat dank Turboaufladung auch angenehm Drehmoment zu bieten, bleibt beim Verbrauch durch die Direkteinspritzung moderat und ist vorerst der einzige Motor, der sich mit 7-Gang-DSG ordern lässt. Bei den Dieseln gibt es Abstufungen mit 75, 90 und 105 PS, allesamt mit Common-Rail-Einspritzung, was besonders für den kleinen Dreizylinder einen Quantensprung in Sachen Laufkultur darstellt.