Fahrbericht Toyota Verso 2,0 D-4D High

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Kürzerer Name, längere To-Do-Liste. Den Corolla gibt es nicht mehr, seine Aufgaben sehr wohl.

Autorevue 07/2009   Autor: Christian Seidel   Fotografie: Andreas Riedmann

Shortcut

Was wir mögen

Das flexible Sitz- und Kofferraum­konzept, das Fragen beantwortet, die jeder Minivan beantworten muss, obwohl sie selten gestellt werden.

Was uns überrascht

Wie überlegen man sitzt. Bequeme Polster, leicht erhöht, ohne dieses leicht präpotent SUVige.

Was uns fehlt

Eine präzisere, direktere Lenkung. Der Verso verlangt zu viel Lenkarbeit. Dieses Manko glaubten wir überwunden zu haben.

Die Konkurrenz

VW Sharan, Peugeot 807, Opel Zafira. Ford C-Max. Die Konkurrenz will halt nicht weniger werden.

Daten

Toyota Verso 2,0 D-4D High: € 27.157,– 5 Türen, 5/7 Plätze, Kofferraum ab 114/464 l. Länge 444 cm, 1595 kg. 9 Airbags, BAS, ESP, FB, Klima. 4-Zyl.-16V-DI-Turbodiesel, Common-Rail; Frontantrieb. 1998 ccm, 39 kW (126 PS), 310 Nm. 185 km/h, 0–100 in 11,3 sec, CO2 146 g/km. MVEG-Verbrauch: 7,1/4,7/5,6 (D).

Auch du, Verso? Längst hat der Auris den Corolla abgelöst, und eine millionenschwere Werbekampagne hat das allen klargemacht. Der in Ehren verstaubte Name Corolla, der schon in den 90ern klang, als sei er aus den 80ern, in Wahrheit aber aus den 60ern kam, verschwand zwar, doch mit dem Corolla Verso blieb ein seelischer Anker in längst vergangenen Tagen – als noch singende Affen und der unterschätzte Pausenclown Wigald Boning einem die Marke näherzubringen versuchten. Vorbei. Den Namen Corolla trägt jetzt die Kompaktlimousine allein, und Toyotas Mini-Van heißt seit der jüngsten Feinjustierung nur noch Verso.

Neben dem ersten Namen verschwand noch etwas Wohlstandsspeck, womit der Familienfreund nun ein wenig scharfkantiger aussieht – aber immer noch weit entfernt ist von jeder Grundaggressivität. Freilich kann man Namen streichen, wie man will, der Verso bleibt ein Verso, bleibt ein Toyota. Und das im besten Wortsinn. Man steigt ein und kennt sich aus. Die Knöpfe sind da, wo man sie erwartet. Dass die Instrumente jetzt in der Mitte der Konsole sitzen, sei hier völlig wertfrei erwähnt. Denn weder stört noch nützt diese Veränderung in besonderem Maße.

Allüberall regieren Japan-Werte. Was mit der Sitzposition beginnt. Leicht erhöht schwebt man entspannt etwas über dem Verkehr, überlegen, ohne SUV-artige Dominanz. Eine Beschreibung, die so auch auf den Motor zutrifft. 126 Diesel-PS bedeuten einen sorgenfreien Alltag mit einer Tendenz zu höheren Weihen. Zumal Anfahrtsschwäche, Turboloch und ähnliche Unwörter komplett aus dem Wörterbuch des 2,0-Liter-D-4D gestrichen wurden. Der Vierzylinder werkelt schon bei knapp über 1000 Touren einwandfrei, arbeitet sich dann sanft nach oben, um knapp unter 1800 Umdrehungen richtig loszulegen, Diesel as Diesel can.

Innen geht es weiter, wie man es von einem Minivan erwartet. Ablagefächer überall, robuste Materialien, die nicht billig wirken, und ein State-of-the-Art-Sitzkonzept in Sachen Flexibilität. Ob man eine dritte Sitzreihe braucht und dafür extra bezahlen möchte, wird einem der Alltag diktieren. Auf Kosten des Kofferraums kommt sie nicht.